Ergebnisse der Jurysitzung des Filmfonds Wien

Zweite Sitzung des Jahres - 13 Projekte zugesagt

Wien (OTS) - Zur zweiten Jurysitzung des Jahres wurde für 26 Projekte eine Gesamtfördersumme von 5,5 Mio. Euro beantragt. Die Jury, bestehend aus Gerhard Schneider, Andrea Ernst, Eric Pleskow, Alexander Syllaba und Peter Zawrel, erteilte 13 Projekten eine Zusage aus dem Budget des Jahres 2009 mit einer Gesamtfördersumme von 1.845.780 Euro.

Die Entscheidungen der Jury fanden diesmal unter besonders schwierigen Bedingungen statt. Der Filmfonds Wien, die regionale Filmförderung der Stadt Wien, wird von der Filmbranche als "dritte Säule" der Filmfinanzierung gesehen. Dies hat zur Folge, dass alleine in dieser Sitzung fünf Projekte mit beantragten Förderungen zwischen 400.000 und 700.000 vorlagen. Der Großteil der Spielfilme war vom Österreichischen Filminstitut mit zum Teil sehr hohen Beträgen bereits gefördert worden.

Ausgerechnet in dem Jahr, das mit außerordentlichen Erfolgen an der Kinokassa begonnen hat und dass auch die internationalen Erfolge fortführen könnte, zeichnet sich eine Krise ab: Die Fördermittel des ORF, die im Rahmen des Film-Fernseh-Abkommens vergeben werden, sind erschöpft; unter dem Eindruck der heimischen Kinoerfolge werden fast keine Koproduktionen mehr geplant; Gesamtherstellungskosten eines Kinospielfilmes unter 2 Millionen Euro sind zur Ausnahme geworden. Selbst mithilfe der diesjährigen

Budgeterhöhung von acht auf zehn Millionen kann der Filmfonds Wien, der von allen Förderstellen die größte Bandbreite an Projekten zu bewältigen hat, den Erwartungen nicht zur Gänze entsprechen, konnten doch viele Projekte aus 2008 erst jetzt aus dem Budget 2009 gefördert werden.

Der Filmfonds Wien steht für eine Produktionsvielfalt am Standort Wien; für Filme mit möglichst vielen ZuseherInnen hier und anderswo; für Geschichten aus Wien, die sonst nirgends erzählt werden können; für internationale Koproduktionen, mit denen sich die Wiener Filmbranche als verlässlicher Partner im Spiel hält, für kreative Dokumentarfilme, Kinderfilme und ungewöhnliche neue Ideen.

Mit zehn Millionen Euro ist der Filmfonds Wien auch 2009 wieder der höchstdotierte europäische Regionalfonds, gemessen an der Bevölkerungszahl der Region. Die anderen Länder sind nun genauso gefordert wie der Bund, denn auch mit 15 Millionen Euro ist das ÖFI vergleichsweise bescheiden budgetiert. Es geht aber nicht nur ums Geld: Auch in den anderen Körperschaften wird eine Film- und Medienpolitik gefragt sein, die jener in Wien auf gleicher Augenhöhe zu begegnen vermag, wenn eine nachhaltige Entwicklung ermöglicht werden soll. Die Chancen dazu waren schon lange nicht so groß wie jetzt.

So erhielten in der Herstellung 10 Projekte eine Förderung, darunter zum Beispiel die Dokumentation § 278 A - DIE MASSNAHME (WILDart Film) von Gerald Igor Hauzenberger, die von Tierschützern handelt, die im Rahmen der sogenannten "Operation Pelztier" beobachtet und blitzartig verhaftet worden sind. All das unter dem Schutz eines Paragraphen, der zur Bekämpfung von Mafiosi und Briefbombentätern erfunden wurde. TANZCAFÉ JENSEITS (Stalkerfilm) von Deniz Arslan & Georg Wexberg ist eine soziale Komödie mit Slapstick-Einschlägen und humorvollen episodischen Elementen, die auch die bewegte Geschichte des Wiener Kultlokals wiedergibt. In der Besetzung unter anderen Georg Friedrich, Josef Hader, Johanna Wokalek und Stermann & Grissemann. Im Jahr 2009 - achtzig Jahre nach der großen Weltwirtschaftskrise und im Jahr 1 der Präsidentschaft Barack Obamas - versucht die Dokumentation AMERICAN PASSAGES (Ruth Beckermann Film) von Ruth Beckermann eine Zustandsbeschreibung der USA zwischen Krise und Aufbruch.

In der Projektentwicklung werden 3 Projekte unterstützt, wie unter anderen das dokumentarische Portrait von Constantin Wulff der bemerkenswerten Wiener Musikformation FATIMA SPAR AND THE FREEDOM FRIES(Navigator Film). Ein Film über ihre Musik, ihr spannendes künstlerisches Umfeld und ihrer Erfahrungen mit den Erwartungen des Musikbusiness. Der Kinderfilm DAS PFERD AUF DEM BALKON (Minifilm) von Milan Dor handelt von einem zehnjährigen Jungen mit Asperger Syndrom und seiner Liebe zu einem Rennpferd.

Detaillierte Info‘s zu allen geförderten Projekten erhalten Sie auf: www.filmfonds-wien.at

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