"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Kein Freibrief für den Menschen" (Von GABRIELE STARCK)

Ausgabe vom 23. April 2009

Innsbruck (OTS) - Klimaschwankungen sind in der Erdgeschichte
etwas ganz Normales. Eine Botschaft, die nicht missverstanden werden sollte.

Außerirdisches und nicht der Mensch ist schuld, dass es auf der Erde - übrigens wieder einmal - wärmer wird. Und: Luftverschmutzung bremst diesen Temperaturanstieg. Befürworten Forscher mit diesen Aussagen, dass der Mensch die Erde weiter ausbeuten und verschmutzen darf? Nein.

Die Erde ist ein komplexes Ökosystem. Jeder Einfluss darauf verändert etwas und löst Wechselwirkungen aus - sei es ein kosmischer, irdischer oder vom Menschen verursachter. Und so hat auch jedes der Klimamodelle seine Gültigkeit. Die Vernetzung aller Berechnungen und Theorien, und das in der richtigen Relation zueinander, ergäbe die Wahrheit, doch davon ist der Mensch weit entfernt.

Und so stellt kein einziger der Puzzlesteine einen Freibrief für den Menschen dar, Ressourcen und Energie zu verschwenden, Luft, Wasser oder Erde zu verschmutzen. Vielmehr sollten sie dazu beitragen, dass sich der Einzelne differenzierter mit komplexen Problemstellungen auseinandersetzt. So kann man durchaus hinterfragen, wem es etwas bringt, Glühbirnen gegen Leuchtstofflampen auszutauschen - dem Klima, der Energieeinsparung oder gar nur der Industrie? Warum hingegen muss immer noch über einen vermehrten Einsatz der Sonne als Energieträger diskutiert werden - egal, ob andere Energiequellen das Klima beeinflussen oder nicht?

Es geht bei all dem nicht nur ums atmosphärische, sondern auch um das soziale Klima auf der Erde. Für das Miteinander in einer lebenswerten Welt ist ein sorgsamerer Umgang mit dem Planeten Erde im Sinne all seiner Bewohner.

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