Krainer: Österreich nicht mit Island und Irland vergleichbar

"Wir investieren in vertraute Regionen"

Wien (SK) - "Wenn der Nobelpreisträger Krugmann, der ohne
Abstriche eine absolute Kapazität in Wirtschaftsfragen ist, Irland, Island und Österreich in einem Atemzug nennt, dann muss man auf die Unterschiede hinweisen", so der SPÖ-Budget- und Finanzsprecher Jan Krainer am Mittwoch im Parlament zu einer Dringlichen Anfrage über die Risiken der Aktivitäten österreichischer Banken in Osteuropa. Deswegen solle nicht dessen Nobelpreis hinterfragt werden, sondern lediglich, wie viele Gemeinsamkeiten Irland, Island und Österreich in wirtschaftlicher Hinsicht tatsächlich haben, so Krainer. Im Gegensatz zu Österreich seien irische und isländische Banken in Märkten aktiv geworden, "die ihnen fremd waren", betonte Krainer, wohingegen österreichische Banken ihre Zentralen nicht nur in Wien haben. ****

Wenn ein Markt organisch gewachsen sei, gebe es hohe kulturelle, soziale, ethische Bindungen und im Unterschied zu Island und Irland sei dies bei der Beziehung der österreichischen zur osteuropäischen Wirtschaft der Fall. "Auch das 'exposure', also die Gefährdung von Island, ist das Zehnfache und sie also das zehnfache vom theoretischen Problem, das Österreich haben könnte. Also hier reden wir von ganz anderen Dimensionen", so Krainer.

"Wir haben außerdem ein sehr gutes Instrument im Rahmen der Finanzpolitik, nämlich die informellen Aussprachen der FraktionssprecherInnen. Da hatten wir genau zu diesem Thema eines, wo Finanzmarktaufsicht und ÖNB-Gouverneur Nowotny im Detail über die Situation dort berichteten, nach welchen Parametern die 'stress-tests' ausgelegt werden, wie unterschiedlich die einzelnen Länder zu bewerten sind, wie aus Erfahrungen der Asienkrise Kreditausfallsrisiken je nach Land und Region eingesetzt werden, was das Ergebnis dieser Rechnungen ist und wann es für Österreich ein Problem wird", stellte Krainer klar. Österreichische Banken haben diese "stress-tests" erfolgreich durchlaufen, demzufolge bestehe keine Gefahr, so Krainer.

Dem möglichen Trugschluss großer Banken "to big to fail", fügte Krainer die Mahnung "to big to rescue" hinzu: "Wenn eine Bank so groß ist, dass man sie retten muss, muss sie auch klein genug sein, dass man sie überhaupt retten kann. Island und Irland sind Beispiele, wo diese Größe auf jeden Fall überschritten wurde."

Am Kommunikationsfluss im Rahmen der Fraktionen über die informellen Aussprachen müsse offenkundig gearbeitet werden, "damit diese Information auch zu den anderen, interessierten Abgeordneten kommt", so Krainer. (Schluss) mo

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