Meinl Bank: Missmanagement der Rebellen verantwortlich für MAI-Abschreibungen

Zwei Drittel des Wertverlustes bei TAV-Beteiligung vom neuen Board zu verantworten

Wien (OTS) - Der heute von Meinl Airports International (MAI) veröffentlichte Nettoverlust von 174,5 Euro für das Geschäftsjahr 2008 ist die Folge der monatelangen Untätigkeit und des Missmanagements des neuen Boards unter Wolfgang Vilsmeier, so die Meinl Bank.

Das Board ist seit nunmehr neun Monaten im Amt. Seither ist kein einziges Projekt akquiriert oder weiterentwickelt worden. Die Flughäfen in Polen, in Parma und der Flughafen Ulan Ude in Russland haben auf Grund der Untätigkeit des Managements dramatisch an Wert verloren. Meinl Bank-Vorstand Peter Weinzierl: "Flughäfen sind komplizierte Projekte, an denen intensiv und kontinuierlich gearbeitet werden muss. Wenn man sich um die Projekte neun Monate lang nicht kümmert, sind dramatische Abschreibungen natürlich unvermeidlich."

Die größte Abschreibung in der vorliegenden - ungeprüften -MAI-Bilanz ist die über die Börse erworbene Beteiligung am türkischen Flughafenbetreiber TAV. Hier habe es das Board verabsäumt, diese Beteiligung angesichts der internationalen Krise und der ohnedies beabsichtigten Zerschlagung von MAI bereits im September 2008 abzustoßen. Zwei Drittel des Wertverlustes der TAV gingen somit auf das Konto der Rebellen, so Weinzierl.

Die Meinl Bank kritisiert weiters, dass die vom Wirtschaftsprüfer bestätigte Bilanz 2007 vom neuen Board "freihändig" und ohne Wirtschaftsprüfung berichtigt wurde. Dies, so Weinzierl sei rechtlich und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar und eine grobe Irreführung der Anleger.

Keine Vertragsverletzungen durch Meinl Bank-Tochter MAM

Meinl Airports Manager (MAM), eine hundertprozentige Tochter der Meinl Bank, hat auf eine Schadenersatzklage von MAI über 210 Millionen Euro vergangene Woche mit einem 86 Seiten starken Schriftsatz reagiert. Der Schriftsatz wurde beim Royal Court of the Island of Jersey eingebracht.

Darin legt MAM dar, dass

  • die von MAM vorgeschlagenen und vom früheren MAI-Board getätigten Investitionen dem Business Plan der Gesellschaft entsprochen haben und korrekt abgewickelt wurden
  • seitens MAM oder Meinl Bank keine Vertragsverletzungen vorliegen und MAM als Managementgesellschaft sorgfältig gearbeitet hat
  • die Investitionen aus damaliger Sicht (2. Halbjahr 2007 sowie 1. Halbjahr 2008) nach sorgfältiger Prüfung sinnvoll waren und entsprechende Renditen erwartet werden konnten

- sämtliche Investitionsentscheidungen vom früheren Board auf Grundlage aller verfügbaren Unterlagen getroffen wurden

- das damalige Board mit Lou Turpen, dem früheren CEO der Flughäfen San Francisco und Toronto, über einen international renommierten Airport-Experten verfügte, der die Investitionen auf Grund seiner langjährigen Erfahrung sorgfältig prüfte

MAM hat ihrerseits eine Klage gegen MAI eingebracht, in der sie eine Abgeltung des durch die einseitige Auflösung des Managementvertrages seitens MAI erlittenen Schadens einfordert. Dieser Schaden wird von MAM mit 75 Millionen Euro beziffert. Die Meinl Bank hat MAI wegen der unrechtmäßigen Auflösung des Lizenzvertrages auf 15 Millionen Euro geklagt.

Die bei der heutigen MAI-Hauptversammlung vorgeschlagenen Rückführung von Gesellschaftskapital an die Zertifikatsinhaber lehnt die Meinl Bank wie auch bei PI nicht grundsätzlich ab. Gewarnt wird jedoch auch bei MAI vor einem voreiligen Abverkauf von Assets zu den jetzigen äußerst negativen Marktbedingungen.

Weiters weist die Meinl Bank erneut darauf hin, dass vor der Rückführung von Kapital in Form einer Sonderdividende oder einer Kapitalherabsetzung allfällige offene Ansprüche Dritter berücksichtigt werden müssen. Solche Ansprüche bestehen nicht nur seitens der Meinl Bank, sondern beispielsweise auch im Zusammenhang mit Projekten. Meinl Bank Vorstand Peter Weinzierl: "Die Direktoren von MAI müssen vor einer Kapitalrückführung bestätigen, dass mit einer solchen Transaktion keine Ansprüche Dritter gegen die Gesellschaft beeinträchtigt werden. Für die Richtigkeit dieser Erklärung haftet jedes Boardmember persönlich."

Wie bei PI ist auch bei MAI die Gruppe um den Hedgefund Elliott Associates einflussreichster Anteilseigner und größter Profiteur der geplanten Liquidation der Gesellschaft. Die Meinl Bank betont daher neuerlich, dass die geplante Liquidation nicht im Interesse der Kleinanleger liegt.

Wie auch bei PI kritisiert die Meinl Bank, dass das MAI-Board nach wie vor keinen konkreten Plan zur Abwicklung der Liquidation und zur Ausschüttung an die Zertifikationsinhaber vorgelegt hat.

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