AKNÖ-Kongress gibt Anstoß für neues Berufsrecht der ZahnarztassistentInnen

Großer Unmut der Berufsgruppe über niedrigen Status und jahrelange Verschleppung

Wien (AKNÖ) - Obwohl ZahnarztassistentInnen derzeit eine dreijährige Ausbildung in einer Ordination absolvieren müssen, sind sie doch nur ein Anlernberuf. In der Bildungshierarchie stehen sie damit klar unter jedem Lehrberuf. "Dieser Zustand ist unhaltbar. Die Berufsgruppe ist damit im europäischen Vergleich nicht konkurrenzfähig", sagte AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler am Wochenende beim 1. Zahnarztassistentinnenkongress in St. Pölten. Die AKNÖ wird deshalb mit dieser Berufsgruppe ein zukunftsfähiges Berufsbild für das Parlament ausarbeiten.

Der Grund für den niedrigen beruflichen Status liegt in der lediglich in groben Zügen im Kollektivvertrag geregelten Ausbildung. Dazu werden oftmals die Kosten nicht zur Gänze vom Arbeitgeber getragen oder mittels Rückzahlungsklausel bei Lösung des Dienstverhältnisses in Rechnung gestellt. Für den Leiter der Abteilung Gesundheitswesen der AKNÖ, Dr. Bernhard Rupp, MBA "ein klares Versäumnis der Gesundheitspolitik und besonders der zögerlichen ArbeitgebervertreterInnen (Zahnärztekammern) der vergangenen Jahre. Es ist einfach nichts geschehen, was diesen wichtigen Beruf zukunftsfähig macht".
Ein derzeit im Gesundheitsministerium erarbeitetes neues Ausbildungskonzept findet ebenfalls nicht völlig die Zustimmung der ArbeitnehmerInnen-Interessenvertretung. Bernhard Rupp: "Auch hier ist der Theorieanteil viel zu gering. Wenn man einen Gesundheitsberuf will, muss er sich an den anderen Gesundheitsberufen orientieren und darf besonders vom Schutzniveau für die meist jungen Arbeitnehmerinnen, die diesen Beruf ergreifen, keinesfalls hinter Lehrberufen zurückstehen."

Es ist Zeit zu handeln - AKNÖ ergreift die Initiative

Die knapp 100 TeilnehmerInnen beim AKNÖ-Kongress forderten einhellig eine rasche Reform. "Wir können mit deutschen und tschechischen DentalhygienikerInnen nicht mithalten, obwohl wir viel Zeit und Geld in Zusatzkurse investieren. Es gibt dafür keine Anerkennung", sagten übereinstimmend viele Teilnehmerinnen aller Altersstufen aus Niederösterreich und auch aus Wien, wo sie über Mundpropaganda von dem AKNÖ-Kongress erfahren hatten.
Die einhellige Forderung der Berufsgruppe machte auch auf die Vertreterin des Gesundheitsministeriums Eindruck. Minister Stöger wurde auf die noch offenen Probleme auf diese Weise aufmerksam gemacht. In der AKNÖ wird bereits mit Hochdruck an einem angemessenen Vorschlag für ein Berufsbild für die künftigen Fachkräfte gearbeitet. AKNÖ-Vize Adler: "Die Bildungssackgasse muss durchbrochen werden."

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