Landau: In der Krise nicht auf die Ärmsten vergessen

Vermögensertragssteuer darf kein Tabuthema sein

Wien (OTS) - Die Caritas begrüßt die in der gestrigen Budgetrede des Finanzministers angekündigten Maßnahmen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit: Sie sind richtig und wichtig. Caritasdirektor Michael Landau betont: "Arbeitslosigkeit bedeutet für die Menschen eine hohe Armutsgefährdung und in Folge auch soziale Isolierung und Vereinsamung. Mit den angekündigten Maßnahmen zeigt die Bundesregierung hier soziale Verantwortung, indem sie die aktive Arbeitsmarktpolitik forciert."

Caritas fordert Konjunkturpaket für die Ärmsten

"Wir sehen in unserer täglichen Arbeit, dass die Armut und Not in Österreich ein Stück Realität sind. Die Schere zwischen Arm und Reich geht gerade in der aktuell wirtschaftlich angespannten Situation immer weiter auseinander. Das ist eine Entwicklung, die mich persönlich mit großer Sorge erfüllt. Armutsbekämpfung und Armutsvermeidung müssen ganz oben auf die politische Agenda!", so Caritasdirektor Michael Landau. Er warne die Bundesregierung dringend davor, in Zeiten der Not nur für Banken und Unternehmen Notfallpakete zu schnüren und auf die sozial schwächsten Menschen zu vergessen. In den kommenden Monaten wird es zunehmend mehr Frauen, Männer und Kinder geben, die sich am Rande der Gesellschaft und in existenziellen Notlagen befinden. Arme Menschen sind die Ersten, die von der aktuellen Krise betroffen sind - hier geht es um soziale Gerechtigkeit."

Landau: "Ein Konjunkturpaket für die Ärmsten muss daher drei Schwerpunkte umfassen. Erstens ist der Kampf gegen Arbeitslosigkeit sicher ein richtiger Ansatz der Bundesregierung. Was die Menschen jedoch wirklich brauchen, ist eine Arbeit von der man auch leben kann. Zweitens erwarte ich mir eine rasche Einführung der bedarfsorientierten Mindestsicherung - die diesbezüglichen Beschlüsse müssen jetzt gefasst werden und nicht irgendwann. Drittens muss der faire und leistbare Zugang zu soziale Dienstleistungen für alle gewährleistet sein: Gesundheit, Pflege, Kinderbetreuung oder Bildung spielen eine große Rolle, wenn es um Armutsvermeidung und Chancengerechtigkeit geht."

Keine Tabus bei der Finanzierung der anstehenden Aufgaben

Landau: Wenn ich an die anstehenden Aufgaben etwa im Bereich der Pflege oder Bildung denke, darf es keine Diskussionsverweigerung beim Thema einer Vermögensertragssteuer geben. Es geht hier nicht um Ideologie, sondern um die konkrete Not konkreter Menschen."

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