Öffnung des Innovationsprozesses nach außen: Open Innovation und Patente - Wege zum Erfolg

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttages für Geistiges Eigentum
(http://www.wipo.int/ip-outreach/en/ipday/2009/) fand vorgestern zum
Thema "Wissen als ausschlaggebender Faktor für Wettbewerbsvorteile" eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion statt. Veranstaltet von der austria wirtschaftsservice GmbH (aws) und dem Österreichischen Patentamt diskutierten unter der Leitung von Dipl.-Ing. Gerald Steinwender (Plattform für Innovationsmanamangement) Dr. Dennis Hilgers (RWTH Aachen), Dr. Jason Slingsby (ProtAffin Biotechnologie AG), Dipl.-Ing. Christoph Wurm und Ing. Alois Himmetsberger (HTM Sport- und Freizeitgeräte AG) sowie Dipl.-Ing. Peter Bodner (MAGNA International Europe AG).

Dabei wurde unter dem Titel "Open Innovation und Patente - Wege zum Erfolg" die Balance zwischen der durch Schutzrechte auf Zeit gewährten Monopolstellung als Prämie für eine Innovation und dem Gewinn durch freie unbeschränkte Nutzung der Ergebnisse aller erörtert.

In seinem Eröffnungsstatement unterstrich Dipl.-Ing. Dr. Georg Buchtela die Bedeutung von gewerblichen Schutzrechten für die austria wirtschaftsservice GmbH. "Was wenige wissen, ist, dass bei ca. 10 % aller österreichischen Patente die aws als Österreichs Förderbank für unternehmensbezogene Wirtschaftsförderung ihre Hände im Spiel hat."

Für den Präsidenten des Österreichischen Patentamtes, Dr. Friedrich Rödler, ist der gewerbliche Rechtsschutz nach wie vor ein wichtiges Innovationsinstrument und vom Grundsatz her richtig. Aber:
"Die Patentämter weltweit kämpfen trotz Wirtschaftskrise mit eine Anmeldeflut und damit die Innovationen mit langen Wartezeiten", so Rödler, und weiter: "Von den vielen Anmeldungen werden europaweit schließlich nur etwa die Hälfte als Patente erteilt, und dafür ist hauptsächlich mangelnde Information ausschlaggebend."

Die zentrale Frage ist die Integration von externem Wissen in Innovationsprozesse. Dabei werden Netzwerke immer wichtiger und dieser Trend hat auch Österreich erreicht.

Zur Frage "wie schaffe ich es, Unternehmen zu unterstützen?" zeigte Hilgers die zwei zentralen Problemstellungen von Open Innovation auf: Einerseits ist es notwendig die richtigen Bedürfnisinformationen und andererseits die dazugehörigen Lösungsinformationen zu erhalten. Ohne Internet wäre Open Innovation heute so nicht denkbar. Webplattformen sind derzeit der beste Ansatz:
"Verblüffend ist die rasche Lösungszeit", so Hilgers, "denn bereits vorhandenes Wissen aus anderen Domänen wird auf andere Blickwinkel übertragen."

"Ohne Patente gibt es überhaupt kein Geschäft für uns" so Slingsby "für ein junges Biotechnologieunternehmen sind Patente die Unternehmensgrundlage. Wir müssen aber für alle Quellen der Information offen sein. Auch der Austausch mit dem Mitbewerb wäre im Prinzip sehr gut, ist aber in der Praxis schwierig zu organisieren."

"Im Bereich Ski und Bindung sind mittlerweile fast so viele Patente wie in der Automobilbranche zu finden", konstatiert Wurm von HTM, "ein gutes Patent darf daher auch Geld kosten." HTM setzt auf Fokusgruppen, indem beispielsweise Händler oder spezifische Nutzergruppen wie Womenteams miteinbezogen werden. "Damit können wir gezielter auf den Markt reagieren und zugleich auch Bedürfnisse wecken", so Wurm und weiter: "das heißt nicht, dass wir immer schneller als andere sind, dafür aber oftmals richtiger."

Gründliche Recherchen, um keine Patentverletzungen zu begehen, sind für die sehr stark im Patentbereich vertretene Automobilindustrie das Um und Auf. "Wir haben es meist mit Auftragsentwicklungen zu tun, bei denen der Kunde dann Eigentümer ist. Trotzdem investieren wir einen mehrstelligen Millionenbetrag pro Jahr in Vorentwicklungen", erzählt Bodner. "Wir sehen unsere Zukunft in der Generierung von Ideen und damit eine große Chance für Open Innovation. Die Welt von Magna wird immer mehr in Netzwerken gestaltet."

Abschließend wurde festgehalten, dass der "Leidensdruck" in Richtung Innovation viel größer als in den letzten Jahren ist. Innovation ist das Kernthema in Krisenzeiten. Das Einbeziehen von Externen in diesen Prozess ist zwar noch ein neues Thema, bei dem aber ein großes Potenzial gesehen wird, auch wenn es dabei gilt, Grenzen zu definieren.

austria wirtschaftsservice ist - in Kooperation mit der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft -eine Partnerorganisation des Enterprise Europe Network, welches Firmen und Forschungseinrichtungen bei Internationalisierungsaktivitäten am Europäischen Markt unterstützt. Das Enterprise Europe Network ist das weltweit größte Informations- und Beratungsnetzwerk mit 600 Partnerorganisationen in 40 Ländern mit mehr als 4000 Experten. In Anknüpfung an das Kerngeschäft der austria wirtschaftsservice erschließen sich damit für Firmen und Forschungseinrichtungen die optimalen Fördermöglichkeiten weltweit.

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