Filmindustrie: Budgetinjektion für den Film

Notwendige Kur für die österreichische Filmwirtschaft, aber keine nachhaltige Sanierung

Wien (PWK296) - Die mit der Budgetrede des Finanzministers Josef Pröll nun offizielle Erhöhung des Budgets der Bundesmittel für den österreichischen Film (Euro 12,5 Mio. auf Euro 15,57 Mio. 2009 /16,57 Mio. 2010 für das ÖFI und von Euro 7,5 Mio. auf Euro 13,5 Mio. 2009 für den Fernsehfilmförderungsfonds der RTR) wird von der Filmwirtschaft als dringend notwendige Budgetinjektion begrüßt. Zwar hätte die österreichische Filmwirtschaft auf eine antizyklische Politik in dieser schwierigen wirtschaftlichen Situation und ein Erreichen der im Regierungsübereinkommen genannten Budgetzahlen (Euro 20 Mio. ÖFI, Euro 15 Mio. FFA) bereits 2009 gehofft - für 2010 auch dringend erwartet; mehr war offensichtlich derzeit realistisch nicht umsetzbar.

"Frau Bundesministerin Claudia Schmied ist für ihren Einsatz trotz Mehrfrontenbudgetkonflikten ebenso zu danken, wie Finanzminister Pröll für die signifikante Erhöhung der Mittel des Fernsehfilmfonds Austria", merkt Danny Krausz, Obmann des Fachverbandes der Film- und Musikindustrie, an. "Im Gegensatz zu anderen Berufsgruppen ist die Filmwirtschaft uneingeschränkt "zur Mehrarbeit" bereit. Die Politik müsse nur jene Weichenstellungen setzen, die die Weiterführung der gerade so glanzvollen Erfolge - vom Oscar bis zur Verdreifachung des österreichischen Kinomarktanteils - ermöglicht."

Umso wichtiger sei es jetzt aber, dass diese Erhöhungen kein Feigenblatt für den ORF sind, seine öffentlich rechtlichen Pflichten auf die Förderungen "auszulagern". Der ORF ist via Film-/Fernsehabkommen weiterhin ein wichtiger Partner der Kinofilmproduktion. Derzeit liegen aus den Mitteln des Film-/Fernsehabkommens noch gerade >Euro 50.000,-- für 2009 im ÖFI-Topf 2009. 2010 wurde bereits eine Reduktion auf 50 % angekündigt. Der ORF kündigt damit schrittweise seine Partnerschaft mit der Filmwirtschaft auf.

"Die nun bereits kursierenden Entwürfe zur einer Novellierung des ORF-Gesetzes reagieren in keiner Weise auf diese Notsituation," so Danny Krausz. "Der ORF muss noch 2009 verpflichtet werden, die aus Budgetnöten vorgenommenen Kürzungen für die Produktion österreichischer Programme 2009 (minus Euro 20 Mio.) und 2010 (minus Euro 25 Mio.) zurückzunehmen, um wenigstens den Stand von 2008 erhalten zu können. Die Fortführung des Film-/Fernsehabkommens inklusive der Aufstockung des entsprechenden Betrags auf jedenfalls Euro 10 Mio. ist gesetzlich sicherzustellen." Eine ORF-Gesetznovelle, die offensichtlich auf nichts anderes abzielt, als die Geschäftsführung des ORF auszutauschen, könne keine Antwort auf die jahrelangen Diskussionen um den öffentlich rechtlichen Auftrag und das Verhältnis der nationalen Filmwirtschaft zum größten Auftragsproduzenten des Landes sein. Die verpflichtende Investitionsquote in die heimische Programmproduktion muss kommen!

Es ist auch erforderlich, dass die großen regionalen Filmförderstellen und die Bundesförderung des Österreichischen Filminstituts miteinander bestmöglich kooperieren, um sicherzustellen, dass die öffentlichen Mittel - seien sie nun regionale- oder Bundesmittel - so sinnvoll akkordiert werden, dass die in der Pipeline befindlichen Filmproduktionen voll finanziert realisiert werden können. Alles Andere wäre in dieser letztlich für die Filmwirtschaft krisenhaften Situation kontraproduktiv und unverständlich. (us)

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Dr. Werner MÜLLER
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