AK-Einschätzung zur Einführung der halbtägigen, kostenlosen und verpflichtenden frühen Förderung

Tumpel: Einiges ist offen geblieben, Fragen rasch klären

Wien (OTS) - "Ich begrüße grundsätzlich das verpflichtende, kostenfreie Vorschuljahr, weil es einen wichtigen Schritt zur Förderung aller Kinder, unabhängig vom sozialen Hintergrund, darstellt. Im vorliegenden Entwurf sehen wir jedoch einige Probleme bei der konkreten Umsetzung", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zum ausgesandten Entwurf der 15a-Vereinbarung. Tumpel vermisst einen Bildungsplan, Qualifikations-Definitionen und eine Festlegung des Betreuungssschlüssels. Ungeklärt bleiben auch die Fragen der Öffnungszeiten und Kosten außerhalb der Zeiten des verpflichtenden Besuchs.

Bildungsplan
Damit die umfassenden Zielsetzungen tatsächlich verwirklicht werden können, sind entsprechende Qualitätsstandards unabdingbar. Der Bildungsplan muss umgehend erstellt werden und sollte so rasch als möglich angewandt werden.

Personal und Betreuungsschlüssel
Bildung kann nur dann qualitätvoll umgesetzt werden, wenn entsprechend qualifizierte Personen in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen. Derzeit liegt die durchschnittliche Gruppengröße in Kindergärten bei 20 Kindern, die durchschnittlich von 1,5 fachlich qualifizierten Personen betreut werden. So ein Betreuungsschlüssel ist sicher nicht ausreichend für eine angemessene Qualität der Bildungszeit. Mindeststandards im Bildungsplan hinsichtlich der erforderlichen Qualifikation des Personals, der angemessenen Begrenzung der Gruppengrößen sowie der sonstigen infrastrukturellen Voraussetzungen müssen festgelegt werden. Außerdem braucht es Angebote und ein Recht auf Weiterbildung für das pädagogische Personal.

Besuchszeiten
Auch wenn die Frühförderung nur halbtags und für das Unterrichtsjahr (also exklusive der 13 Ferienwochen im Jahr) verpflichtend sein soll, darf es zu keinen Problemen mit den Öffnungszeiten und den Kosten außerhalb dieser Zeiten kommen. Die AK fordert seit Jahren, dass Kinderbetreuung für alle Altersgruppen ganztägig und ganzjährig angeboten wird.

Rückfragen & Kontakt:

Thomas Angerer
AK Wien Kommunikation
tel.: (+43-1) 501 65-2578
thomas.angerer@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001