Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" - Kommentar: "Doppelagent" Josef Pröll (von Claudia Grabner)

Ausgabe 16. April 2009

Klagenfurt (OTS) - Sie haben sich in ihrer Undifferenziertheit festgefahren: Mit reflexartiger Unnachgiebigkeit streiten Lehrer wie Ministerin am Problem vorbei. Eine Schulsystemdiskussion, wie Österreich sie braucht, auf eine Stundenfrage zu reduzieren degradiert die Bildungsfrage zur persönlichen Befindlichkeit. Tatsächlich sind Bildung, Wissen, Qualifikation die Ressourcen, die jedem Einzelnen und damit dem Staat als Ganzem Zukunft geben. Doch anstatt die Anforderungen der Zeit wahrzunehmen, krallt man sich dort in 50-Minuten-Kleinkriegen, da in budgetären Nöten fest. Und als wäre das nicht genug des Dilemmas, entdecken nun auch Dritte den Lehrer-Streit als dankbares Spielfeld. Wie etwa Josef Pröll. Er, der um sein Budget geheimnisvoll eiertänzelt wie kein Finanzminister zuvor, schickt sich an, in dieser existenziellen Bildungsfrage einen mehr als fragwürdigen Part einzunehmen: den des Doppelagenten, der sich plötzlich nicht scheut, von Lehrerabbau zu sprechen. Wider besseres Wissen. Und wider die Moral, die besagt: Bildungspolitik bietet keinen Platz für Selbstinszenierung ...

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