AKNÖ deckt auf: Arbeitnehmer mussten Gutstunden der Krise opfern

Wirtschaftslage als Ausrede für Arbeitsrechtverstöße

Wien (AKNÖ) - In einem Handelsunternehmen im Bezirk Krems wurden die Beschäftigten aufgefordert, auf einen Teil ihrer Zeitguthaben zu verzichten. Die Begründung: die herrschende Finanzkrise. In der AKNÖ verurteilt man diese Vorgangsweise aufs Schärfste.

"Offenbar ist die Krise ein praktisches Argument, Mitarbeitern einzureden, unbezahlte Arbeit für ein Unternehmen leisten zu müssen", sagt Doris Schartner, Leiterin der AKNÖ-Bezirksstelle Krems. Die Berater der Bezirksstelle Krems trauten ihren Augen nicht, als sie folgende Vereinbarungen zur Überprüfung vorgelegt bekamen. Die DienstnehmerInnen des Unternehmens wurden bereits im Dezember 2008 aufgefordert, auf mehrere Stunden ihrer Zeitguthaben aus dem "Gleitzeit-Topf" zu verzichten. Darüber hinaus wurde in den Vereinbarungen festgehalten, dass diejenigen DienstnehmerInnen, die keine Plus-Stunden erarbeitet hatten, durch diese Vereinbarungen sogar Minus-Stunden erworben und abzuleisten hätten. "Leider dürften die meisten Beschäftigten aus Angst um ihren Arbeitsplatz unterschrieben haben. Die Unternehmensführung argumentierte damit, dass in Zeiten der Krise jeder einen Beitrag leisten müsse. So fallen die Arbeitnehmer um ihre erarbeiteten Gutstunden um und haben somit im Ausmaß der Stundenreduzierung "gratis" für das Unternehmen gearbeitet. Allein die Firma profitiert", erklärt Mag. Gerald Novak, Arbeitsrechtsexperte der NÖ Arbeiterkammer.

Vereinbarungen vor der Unterschrift prüfen lassen

"Wir werden es nicht hinnehmen, dass nun einige schwarze Schafe unter den Unternehmern versuchen, mit unlauteren Mitteln von der Krise zu profitieren", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder. "Es kann nicht angehen, dass manche Unternehmer die Diskussion um Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und die schlechte Wirtschaftslage so schamlos ausnutzen", ärgert sich Haneder. Die AKNÖ werde daher konsequent die ArbeitnehmerInnen informieren. Eindringlich wird gewarnt, Vereinbarungen ohne Prüfung durch die AKNÖ zu unterschreiben.

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AKNÖ-Arbeitsrecht
Mag. Gerald Novak
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