Neues Volksblatt: "Heeres-Bürde" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 9. April 2009

Linz (OTS) - Wer sich am Dienstag Abend den ORF-Report zu Gemüte geführt hat, weiß spätestens seit diesem Zeitpunkt, warum Norbert Darabos in den letzten Wochen als Heeresminister praktisch abgetaucht ist. Doch mit seinen Anti-Doping-Aktivitäten kann auch ein Sportminister Darabos nicht auf Dauer übertünchen, zu welcher Baustelle er das Bundesheer gemacht hat. Wenn sogar jene Generäle, die er sich selbst ausgesucht hat, beim Minister mit einer Zustandsanalyse abblitzen, dann steckt da ganz offensichtlich jemand den Kopf in den Sand.
Dass Darabos in Sachen Doping dafür gar so aus der Deckung gekommen ist, war nichts anderes als eine Blendgranate. Denn tatsächlich zuständig für den Kampf gegen die illegalen Aufputschmethoden im Spitzensport sind Justiz und Exekutive. Dort leistet man auch ganze Arbeit, ohne sich dafür ständig öffentlich zu brüsten. Genau genommen schmückt sich Darabos also in dieser Sache mit fremden Federn.
Der SPÖ-Verteidigungsminister wider Willen kann sich auch nicht darauf ausreden, die Probleme beim Heer von seinen Vorgängern geerbt zu haben. Dafür ist er schon zu lange im Amt - einem Amt freilich, das dem Zivildiener vom ersten Tag an eine Bürde war. So wie er selbst für das Heer eine Bürde ist.

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