Bischof Scheuer: Kirche muss Prioritäten neu bedenken

Innsbrucker Diözesanbischof wünscht der Kirche "größere innere Freiheit und auch Gelassenheit"

Innsbruck-Klagenfurt, 8.4.09 (KAP) Der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer hat sich dafür ausgesprochen, die Prioritäten der Kirche "neu zu bedenken". Allererste Priorität sei es, "Gott gegenwärtig zu machen und den Menschen den Zugang zu Gott zu eröffnen", erinnerte Scheuer am Mittwoch in seiner Predigt bei der Chrisam-Messe im Innsbrucker Dom. Dazu gehöre auch das Bemühen um die Einheit der an Christus Glaubenden, denn der Streit der Christen stelle die Rede von Gott "ganz massiv" in Frage, so Scheuer. Notwendig seien zudem der Dialog unter den Religionen und das soziale Handeln aus dem Glauben heraus.

An vorderster Stelle müsse für die Kirche auch die Feier der Liturgie stehen, sagte der Innsbrucker Bischof. Sie erfordere "Achtsamkeit und Aufmerksamkeit"; in ihr drücke sich die "Botschaft Gottes für die Menschen und ihr Heil" in "sinnenhaft erfahrbarer Form" aus.

Scheuer stellte fest, dass sich viele Menschen im kirchlichen Dienst nach einer "Befreiung sehnen von äußeren Dingen und Belastungen, von Vorurteilen, von Themen, auf die wir festgenagelt werden". Eindringlich forderte der Bischof dazu auf, sich im Denken und Tun nicht von außen her "fremd bestimmen" zu lassen. Vielmehr gelte es, sich das "großartige" Programm und die "prophetische Kraft" der Mission Jesu vor Augen zu führen.

Scheuer wörtlich: "Tod und Auferstehung Jesu können die Probleme und Krisen der Kirche in einem guten Sinn relativieren, weil sie zum Fundament des Glaubens führen. Grund neuer Hoffnung ist nicht, dass es den Zölibat gibt oder dass er abgeschafft wird, sondern Gott selbst, der sich in Leben, Tod und Auferstehung Jesu unwiderruflich zugesagt hat".

Er wünsche sich in der Kirche eine größere innere Freiheit und auch Gelassenheit, sagte Bischof Scheuer: "Vielleicht täte uns auch das Charisma der Unaufgeregtheit gut". (forts.)
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