ÖAMTC: Farce um Slowenien-Vignette geht weiter

Club fordert Einführung einer 10-Tages-Vignette für sieben Euro

Wien (OTS) - "Der ÖAMTC hat zum Protest gegen die Preisgestaltung und Geltungsdauer der slowenischen Autobahnvignette aufgerufen und mit dem Protest bereits einen Erfolg erreicht", berichtet ÖAMTC-Juristin Verena Pronebner. Mit Hilfe von über 5.000 Clubmitgliedern, die ihren Unmut online zum Ausdruck gebracht haben, konnte der ÖAMTC erreichen, dass per 1. Juli eine Kurzzeitvignette eingeführt wird. "Aber dieser Erfolg ist noch nicht einmal die halbe Miete", so Pronebner weiter. "Denn die neue Regelung ist im Grunde eine Frotzelei." Die Halbjahresvignette wird ersatzlos gestrichen, der Preis der Jahresvignette beinahe verdoppelt und die neugeschaffene Wochenvignette soll 15 Euro kosten. "Diese Lösung ist keinesfalls zufriedenstellend für Kurzurlauber und Touristen auf der Durchreise", stellt die ÖAMTC-Juristin klar.

Der ÖAMTC macht sich daher gemeinsam mit dem deutschen Partnerclub ADAC und der Dachorganisation der europäischen Automobilclubs, der FIA, weiter für eine faire Lösung stark. "Auch unsere Online-Umfrage hat deutlich aufgezeigt, dass die Mehrheit der teilnehmenden Autofahrer einen Geltungszeitraum von zumindest zehn Tagen als ideal für eine Kurzzeitvignette ansieht", fasst die ÖAMTC-Juristin das Ergebnis zusammen. "Das Ergebnis spiegelt auch die Urlaubsgewohnheiten der Österreicher wider. Die durchschnittliche Dauer eines Kroatien-Urlaubs beträgt rund acht Nächte." Nach den derzeitigen Plänen wären für eine Anreise durch Slowenien für die Mehrzahl der Urlauber erst recht wieder zwei Vignetten zu einem Gesamtpreis von 30 Euro von Nöten. "Das entspricht dann schon wieder fast den 35 Euro für die bisherige Halbjahresvignette, die jedoch ersatzlos abgeschafft werden soll", kritisiert Pronebner.

Der Gipfel der Dreistigkeit ist, dass der jetzige Vorschlag Sloweniens zwischen teurer Wochenvignette und überteuerter Jahresvignette keinerlei Abstufungen mehr vorsieht. "Das ist unverständlich, gibt es doch in Europa durchaus erfolgreiche Vorbilder, wie zum Beispiel die österreichische Vignette", erklärt die ÖAMTC-Juristin. Aus Sicht des Clubs würde eine Staffelung 10-Tages-Vignette, 2- bzw. 6-Monats-Vignette sowie Jahresvignette durchaus Sinn machen, um die Bedürfnisse aller Autofahrer, die in Slowenien unterwegs sind, abzudecken.

"Darüber hinaus empfinden nahezu alle Teilnehmer an der ÖAMTC-Umfrage das Preis-/Leistungsverhältnis zu Vignette bzw. Autobahnnetz als skandalös", berichtet die ÖAMTC-Juristin. "Niemand kann verstehen, dass die Wochenvignette in Slowenien für 550 mautpflichtige Straßenkilometer 15 Euro kosten soll, wo doch die 10-Tages-Vignette für die 2.100 mautpflichtigen Straßenkilometer in Österreich 7,70 Euro kostet." Die Unverhältnismäßigkeit macht auch ein Vergleich mit den Nachbarländern deutlich. In Ungarn bezahlt man für die 10-Tages-Vignette rund acht Euro, in der Slowakei kann man eine 7-Tages-Vignette schon um 4,90 Euro kaufen. Die Preise der Vignetten sollten in jedem Fall in einem realistischen Verhältnis zum kurzen slowenischen Autobahnnetz stehen. "Der bisherige Ansatz von 35 Euro für die Halbjahresvignette und 55 Euro für die Ganzjahresvignette erscheint dem ÖAMTC als durchaus angemessen", meint die ÖAMTC-Juristin abschließend. "Daraus ergäbe sich dann auch ein fairer Preis von sieben Euro für eine 10-Tagesvignette, die schnellstmöglich realisiert werden muss."

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