Hundstorfer fordert europäischen Konsumentenschutz bei E-Commerce

"Handelt sich um ein grenzüberschreitendes Problem"

Wien (SK) - "Der massive Anstieg der Beschwerden über Internet-Abzocke ist ein Problem, das zeigt, wie wichtig es ist, Maßnahmen auf europäischer Ebene zu setzen - sei es im Strafrecht oder im Betrugsrecht", machte Konsumentenschutzminister Rudolf Hundstorfer bei der Präsentation des Berichts des Internet-Ombusdmanns heute, Dienstag, deutlich. Der "vorsätzliche Betrug" sei eine "schwierige Grauzone", umso notwendiger sei daher eine europäische Lösung, da es sich beim E-Commerce um grenzüberschreitende Probleme handle, wie Hundstorfer betonte. Darüber hinaus fordert der Minister ein unbegrenztes Rücktrittsrecht bei Internetverträgen, die keine genauen Angaben zu Rücktrittsmöglichkeiten beinhalten. ****

Im heurigen Quartal wurde mit insgesamt 2.757 Beschwerden bei Interneteinkäufen ein Anstieg von 61 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet. Dahingehend machte Hundstorfer klar, dass diesem Teil des Konsumentenschutzes in Zukunft noch mehr Beachtung zukommen müsse, da es bei den Einkaufsgewohnheiten "Verschiebungen gibt". Vor allem sei es wichtig, informativ und präventiv tätig zu sein, insbesondere in den Schulen, "weil Jugendliche besonders leicht in die Falle tappen".

Auf europäischer Ebene sei man bereits in aktive Verhandlungen über eine neue Verbraucherrichtlinie eingebunden. Ein Ergebnis über "einen wichtigen Beitrag zur Rechtssicherheit" erwartet der Minister im Frühjahr nächsten Jahres.

Angesichts des heurigen zehnjährigen Jubiläums des Internet-Obumdsmannes versicherte der Minister, die Einrichtung zum Schutz der KonsumentInnen im Bereich des E-Commerce auch weiterhin zu unterstützen. Einen Appell richtete Hundstorfer an die Medien, als "wichtige Infoträger" weiterhin aufklärerisch zu der Thematik Internet-Abzocke tätig zu sein.

Erstmals 1.000 Beschwerden im Monat

Probleme mit Auktionshäusern sowie dem Rücktrittsrecht nannte Internetobmudsmann Bernhard Jungwirth als die häufigsten Beschwerden. Im März 2009 überschritt man das erste Mal die Grenze von 1.000 Beschwerden pro Monat. Grund dafür sei auch, dass die KosumentInnen etwas leichtsinniger werden, so Jungwirth. Im kommenden Jahr werde man sich daher auf Prävention in Schulen, Informationen via Medien, die Erweiterung der Watchlist sowie den Ausbau des Fallbearbeitungsteams konzentrieren. Der Konsumentenschutzexperte der AK, Harald Glatz, warnte vor den immer geschickter werdenden unseriösen Internetanbietern. (Schluss) df

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