Wien setzt mit Campusmodell neue Standards in Österreich

Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch präsentiert Campus Wien und Sanierungsmaßnahmen an Wiens Schulen

Wien (OTS) - "Die Stadt setzt mit dem Wiener Campusmodell neue Standards im Bildungsbereich, die einzigartig in Österreich sind", betonte heute der neue Wiener Stadtrat für Jugend, Bildung, Information und Sport, Christian Oxonitsch, im Rahmen einer Pressekonferenz. "Lernen und Freizeit gezielt an einem Standort zu vereinen - das wird in dieser Form vorerst nur in Wien verwirklicht. Während andere noch ihre Konzepte präsentieren, nimmt der erste Wiener Schulcampus bereits im Herbst am Monte Laa seinen Betrieb auf." Weitere geplante Standorte für dieses neue Schulmodell sind etwa das Nordbahnhof-Gelände oder die ehemaligen Bombardiergründe in Floridsdorf. Eine diesbezügliche Novelle zum Wiener Schulgesetz wurde in den letzten Wochen ausgesendet und begutachtet und wird noch vor dem Sommer dem Landtag zur Beschlussfassung vorgelegt.****

Lernen und Freizeit an einem Standort

"Das Campusmodell Wien ist eine gemeinsame ganztägige Bildungseinrichtung für Kindergartenkinder und Schulkinder. Der Übergang vom Kindergarten zur Schule wird dadurch erleichtert.", betont Christian Oxonitsch. Dabei werden Kindergarten und Volksschule zu einer ganztägigen Bildungsinstitution zusammengefasst. In einer weiteren Ausbaustufe soll das Modell auf die Sekundarstufe ausgedehnt werden. "Kindergarten und Schule rücken näher zusammen. Lernen und Freizeit werden in idealer Weise miteinander kombiniert. Kindergarten-, Schul- und Freizeit-pädagogInnen bestreiten den Campusalltag gemeinsam: Freizeitaktivitäten werden nicht mehr nach Alter getrennt, sondern gemeinsam durchgeführt. Im Zentrum stehen dabei Musik, Sport und Kreativität!"

Der Wiener Campus im Detail

Der Wiener Campus ist ein ganztägiges Schulmodell, wo sich Lerneinheiten mit Freizeitangeboten abwechseln. Das schulische Angebot beginnt um 8 Uhr und dauert bis 15.30 Uhr. Darüber hinaus gibt es Betreuungsangebote für davor und danach von 6 bis 18 Uhr. Der Tagesablauf wird in enger Kooperation zwischen Kindergartenleitung, Schulleitung und Administration festgelegt.

Ein wichtiges Ziel ist, den Kindern, vielseitige Erfahrungen als Basis für eine selbstbestimmte Freizeitgestaltung zu ermöglichen:
"Moderne Freizeitpädagogik bietet für die Entwicklung von Autonomie und Selbstverantwortlichkeit die besten Voraussetzungen. Sie fördert die Toleranz, den gegenseitigen Respekt und den rücksichtsvollen Umgang miteinander und unterstützt vor allem die Integration von Kindern mit Migrationshintergrund", betont Christian Oxonitsch. "Deshalb setzen wir an den Campus-Standorten - je nach Schwerpunkt -vor allem erfahrene KindergartenpädagogInnen und LehrerInnen ein. Kreativität, Musik und Sport sind die Eckpfeiler der Freizeitangebote!"

Wesentlich ist auch die ganzjährige Betreuung - also auch in den Ferien - für Kindergarten- und Schulkinder. "Dafür sind in den Ferien auch Kooperationen mit anderen Einrichtungen geplant", so Christian Oxonitsch.

Insgesamt soll der Campus aber nicht nur aus pädagogischer Sicht, sondern auch aus architektonischer Sicht als Einheit erlebt werden. Deshalb werden gemeinsame Sport- und Freiflächen und gemeinsame Speiseräume besondere Synergien ermöglichen.

"Der Wiener Schulcampus ist ein Bildungsmodell, wo Kinder bereits als Kleinkind/Baby eintreten können und dann - in der Pilotphase - zunächst bis zum 10. Lebensjahr und länger am gleichen Standort bleiben", betont Oxonitsch. "Mein Ziel ist, dass künftig jede neue Schule in Wien als Campusmodell realisiert wird.

Campus-Standorte in Wien:

o Monte Laa

Im September 2009 startet in Favoriten, Laaer-Berg-Straße 45, auf rund 8.500 Quadratmetern die erste gemeinsame Bildungseinrichtung für Krippen-, Kindergarten-, und Schulkinder. Sie wird 250 Kindergartenkinder und 400 VolksschülerInnen beherbergen. Die Stadt Wien hat rund 32 Millionen Euro in das Vorzeigeprojekt investiert.

o Nordbahnhof

Inmitten des neuen Stadtteils, direkt am Rudolf-Bednar-Park, soll auf einer Fläche von etwa 14.000 Quadratmetern eine 17-klassige Ganztagesvolksschule und ein 11 gruppiger Kindergarten errichtet werden. Das Besondere daran: Am Campus Nordbahnhof wird ein PPP-Projekt verwirklicht. Das bedeutet, dass ein privater Vertragspartner künftig die Bildungseinrichtung nach den Vorgaben der Stadt Wien errichtet, finanziert und instandhält. Die multifunktionale Bildungseinrichtung wird künftig zu 40 Prozent vom Kindergarten und zu 60 Prozent von der Schule genutzt. Insgesamt 11 Kindergartengruppen mit 250 Kindern, 17 Schulklassen mit 420 Kindern und bis zu 80 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden den Campus Nordbahnhof künftig mit Leben erfüllen. Der Spatenstich wird im Mai stattfinden. Wenn alles planmäßig läuft, beginnt der Kindergarten- und Schulbetrieb im September 2010.

o Donaufeld Nord

In der Region Donaufeld-Nord in Floridsdorf wurden in den letzten Jahren insgesamt rund 1.300 bis 1.400 Wohnungen fertig gestellt. Dort wird auf einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern ein Campus mit einem 9-gruppigem Kindergarten und einer 13-klassigen Ganztagesvolksschule umgesetzt. Im Schuljahr 2012/13 soll der Betrieb starten.

o Weitere Planungen

In der künftigen Seestadt Aspern laufen derzeit intensive Planungsgespräche über einen Wiener Campus, der die gesamte Bildungslaufbahn von der Krippe bis zur Matura umfassen soll. Dieser soll 11 Kindergartengruppen, 17 Volksschulklassen als auch Wiener Mittelschule und Oberstufe beinhalten. Überdies sind weitere Campusstandorte in anderen Bezirken in Überlegung. Sanierungsarbeiten an 100 Schulen

Doch nicht nur Schulneubauten stehen in Wien auf dem Programm, auch das Schulsanierungspaket greift. So geben die Stadt Wien und die Bezirke heuer über 45,5 Millionen Euro für Schulsanierungen aus. Davon entfallen etwa 37 Millionen Euro auf substanzerhaltende Maßnahmen, wie beispielsweise Fenstertausch an 31 Standorten (ca 5 Mio.); Fassadeninstandsetzungen an 36 Standorten (ca. 6,5 Mio.), Dachsanierungen an 22 Standorten (ca. 3,3 Mio.), Ausbau von Tages-betreuungseinrichtungen an mehreren Standorten (ca. 1 Mio.), Gebäudesanierungen an 17 Standorten (ca. 3,9 Mio.) und vieles mehr. Darüber hinaus wurden für 95 zusätzliche Projekte, wie die Instandsetzung von Außenanlagen, die Erneuerung von Physiksälen, die Modernisierung von Turnsälen und deren Nebenräumen, die Instandsetzung schadhafter Böden, rund 8,4 Mio. Euro veranschlagt.

Um den Unterricht nicht zu stören, werden die Arbeiten vor allem in der schulfreien Zeit stattfinden. Auch der ökölogische Aspekt kommt dabei wieder nicht zu kurz. Besonderes Augenmerk wird auf wärmegedämmte Fassaden und Dächer gelegt. Insbesondere der Austausch von alten, undichten Fenster gegen moderne energiesparende Holz/Alu Isolierglasfenster ist ein ausgesprochener Schwerpunkt bei den Schulsanierungen.

570 Millionen Euro werden investiert

Der Wiener Gemeinderat hat 2007 das Schulsanierungspaket beschlossen, das zehn Jahre lang - bis zum Jahr 2017 - laufen wird. Insgesamt werden in dieser Zeit 570 Millionen Euro für substanzerhaltende Maßnahmen in 242 allgemein bildenden Pflichtschulen in Wien investiert. Die Stadt Wien unterstützt die Bezirke mit einer Sonderförderung von 40 Prozent. Alle Wiener Bezirke haben in den entsprechenden Gremien die Grundsatzbeschlüsse zur Annahme des Angebotes der Stadt Wien längst gefasst.

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(Schluss) spe

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