Internationaler Roma-Tag: Unterstützung statt Ausgrenzung

Volkshilfe-Projekt THARA fördert Roma durch Berufs-, Bildungs- und Sozialberatung.

Wien (OTS) - Seit 1990 wird jährlich am 8. April der
Internationale Roma-Tag begangen, um die Kultur der größten ethnischen Minderheit Europas zu feiern und ihre Anliegen in der breiten Öffentlichkeit sichtbarer zu machen. Dass es noch viel Aufholbedarf im Bereich der Integration und Gleichberechtigung der Roma gibt, zeigen traurige Beispiele der jüngeren Vergangenheit, in Extremfällen sogar gewalttätige Ausschreitungen gegen Mitglieder der Volksgruppe in Ungarn und Italien. Diskriminierung und Marginalisierung erschweren nach wie vor auch in Österreich die berufliche und soziale Integration der Minderheit.

Wie viele Romnija und Roma in Wien genau leben, ist schwer zu sagen, da sich immer noch viele Mitglieder der Volksgruppe gezwungen sehen, ihre Zugehörigkeit zu verschweigen. Schätzungen zufolge wohnen in der Hauptstadt an die 60.000 Roma aus den Staaten Ex-Jugoslawiens, die meisten sind voll integrierte Mitglieder der Gesellschaft, gehen einer Arbeit nach und versuchen, ihren Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. Umso trauriger, dass sich das undifferenzierte Bild der "armen, bettelnden, herumzigeunernden" Roma nach wie vor hartnäckig in den Köpfen vieler Menschen hält. Daher ist es besonders wichtig, dass Roma und Sinti als gleichwertige Mitglieder der österreichischen Gesellschaft anerkannt und ihre Kultur und Sprache geschätzt werden.

Das arbeitsmarktpolitische Projekt "THARA Romnija/Roma in Transition" bietet seit 2008 in Wien kostenlose Berufs-, Bildungs-und Sozialberatung. Unter den KlientInnen sind neben ImmigrantInnen auch solche, deren Familien seit Jahrhunderten in Österreich leben. "Die Angebote der Beratungsstelle werden sehr gut angenommen - ein Beweis dafür, dass der Bedarf und die Akzeptanz sehr hoch sind.", so Univ.-Prof. Dr. Josef Weidenholzer, Präsident der Volkshilfe Österreich. "Eine im europäischen Kontext so große, aber ausgegrenzte Minderheit bedarf gezielter Förderung. THARA leistet dazu einen wichtigen Beitrag."

"Thara Romnija/Roma in Transition" bietet Institutionen und Einrichtungen, MitarbeiterInnen von Behörden sowie JournalistInnen und anderen Interessierten, die beruflich mit Roma in Kontakt treten, vertiefende Beratungen und Workshops an. "Wir übernehmen mit diesem Angebot eine Brückenfunktion und Vermittlungsrolle.", erläutert Projektleiterin Claudia Schamanek. "Ein wichtiger Schritt zu einem besseren Miteinander ist die Verbreitung von vertrauensbildendem Wissen über und Verständnis für Kultur und (Über)Lebensstrategien. Oft geht es darum, ‚unseren’ eigenen Umgang mit Roma zu thematisieren."

"Eine Ethnie, die über Jahrhunderte verfolgt und unterdrückt wurde und am Rande unserer Gesellschaft leben musste und muss, hat das Recht auf besondere Unterstützung.", so Weidenholzer. "Es bedarf vieler Arbeit auf verschiedensten Ebenen und vor allem langjähriger, gesicherter Finanzierung für Projekte und Vereine. Auch diese Forderung ist eine Botschaft des Internationalen Roma-Tages."

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz gefördert.

Weitere Informationen unter http://www.volkshilfe.at/thara_roma

Rückfragen & Kontakt:

Lydia Anstiss
THARA Romnija/Roma in Transition
Öffentlichkeitsarbeit und Kurskoordination
Tel: +43 (676) 83 402 233
E-Mail: lydia.anstiss@volkshilfe.at

Mag. Rainer Stoiber
Volkshilfe Österreich
Tel: +43 (1) 402 62 09-16
E-Mail: rainer.stoiber@volkshilfe.at

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