GBH zu Lohnstopp-Forderung: Verzichtet Sorger auf sein Gehalt?

Lohnverzicht hat noch nie Arbeitsplätze oder Betriebe gerettet!

Wien (GBH/ÖGB) - "Nun wiederholt die Industriellenvereinigung ihre Forderung nach Nulllohnrunden. ArbeitnehmerInnen sollten bis zu zwei Jahre auf Lohnerhöhungen verzichten. Dazu ist nur eines zu sagen:
Lohnverzicht oder das Verschieben von Lohnrunden hat noch keinen Betrieb und auch keine Arbeitsplätze gerettet und ist allein schon deshalb für die Gewerkschaft kein Thema. Viele ArbeitnehmerInnen gerade in der Industrie verzichten mit der Kurzarbeit und Aussetzverträgen ohnehin bereits auf Einkommen, um die Betriebe zu stützen", reagierte der Stv. Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) Abg. z. NR Josef Muchitsch verärgert auf die jüngsten Aussagen der IV. ++++

"Wir kennen außerdem gegenteilige Fälle, in denen ArbeitnehmerInnen auf Einkommen verzichtet haben und der Betrieb trotzdem in Konkurs ging. Gott sei Dank gibt es auch vernünftige und neutrale Wirtschaftsexperten, welche vor Nulllohnrunden warnen. Es ist nicht fair, nur von der Politik Konjunkturpakete zu fordern: Auch die Wirtschaft muss mittels Lohnerhöhungen einen Beitrag zur Kaufkraftstärkung leisten, anstatt durch Nulllohnrunden die Konjunktur zu schwächen", so Muchitsch weiter.

Die Industriellenvereinigung sollte sich an den Bausozialpartnern ein Beispiel nehmen. Obwohl es am Bausektor schon jetzt um 15.000 Arbeitslose mehr gibt und ab Sommer ein weiterer Konjunkturabschwung erwartet wird, gibt es für 140.000 Beschäftigte deutliche Lohnerhöhungen. Erst in der vergangenen Woche wurde für die Arbeiter in der Baustoffindustrie eine KV-Lohnerhöhung von +3,25 Prozent abgeschlossen. Weiters erhöhen sich die Löhne in Baugewerbe und Bauindustrie ab 1. Mai um 3,6 Prozent sowie im Bauhilfs- und -nebengewerbe um 3,35 Prozent.

"Gemeinsam haben Baugewerkschafter und Arbeitgeber ein deutliches Zeichen zur Stärkung der Kaufkraft gesetzt. Wenn die Leute kein Geld in der Tasche haben, können sie auch nichts kaufen. Das sollte im Stammbuch der Industriellenvereinigung auf Seite eins aufscheinen", so Muchitsch abschließend.

ÖGB, 7. April 2009 Nr. 196

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