AUVA hat 80 Prozent der Wiener Volksschulen bis September 2009 mit aktuellen Schulwegplänen ausgestattet

Wien (OTS) - Die Aktion "Schulwegpläne für Wiener Volksschulen" der AUVA Landesstelle Wien in Zusammenarbeit mit der MA 46 wird bis zu Beginn des neuen Schuljahres im September 2009 rund 80 Prozent der Wiener Volksschulen mit aktuellen Schulwegplänen ausgestattet haben. 2009 kommen Pläne für 26 Schulen in sieben Bezirken dazu. Dank der regen Beteiligung der Eltern können die wichtigsten Gefahrenstellen erfasst werden.

Im sechsten Jahr der AUVA Aktion "Schulwegpläne für Wiener Volksschulen" werden bis September 2009 211 von 268 Wiener Volksschulen mit aktuellen Schulwegplänen versorgt sein. Mit Schulwegplänen für 104 Schulen sind zwölf Bezirke und zwar der 1., 4., 5., 6., 7., 8., 11., 12., 15., 16., 17., und 22., bereits komplett ausgestattet.

Derzeit laufen die Vorarbeiten für je eine Volksschule in den Bezirken 9 und 19, für je zwei Volksschulen im 2. und im 3. Bezirk, für drei im 13. Bezirk, für acht im 10. sowie für neun im 21. Bezirk. In elf Bezirken ist zumindest rund die Hälfte der Schulen versorgt. Ausnahme ist der 23. Bezirk, wo noch 17 von 23 Volksschulen fehlen.

Ziel der Aktion der AUVA Landesstelle Wien ist es, Schulwegunfälle zu verhindern. Internationale Studien haben gezeigt, dass Schulwegpläne eine wichtige Rolle zur Senkung von Schulwegunfällen spielen.

Die AUVA Statistik verzeichnete im abgelaufenen Jahr in Österreich mit 2.709 Wegunfällen von SchülerInnen und Studierenden um 9 Prozent mehr Vorfälle als 2007 (2.485 Unfällen). Die Anzahl der Todesopfer hat sich leider mehr als verdoppelt: 5 Tote 2008 nach 2 Toten 2007. Bei Verkehrsunfällen am Schulweg liegt die Unfallrate für Wiener VolksschülerInnen bei 0,4 und damit deutlich unter dem Österreich-Wert von 0,8 Unfällen pro 1.000 VolksschülerInnen.

Jedes Schulkind - allen voran die Schuleinsteiger - bekommt zu Schulbeginn seinen Schulwegplan gedruckt und zu einem handlichen Kleinformat zusammen geklappt. Jede Schule erhält eine Vergrößerung ihres Plans in Format A1. Diese soll den optimalen Schulweg an prominenter Stelle im Eingangsbereich vor Augen führen und im Verkehrsunterricht eingesetzt werden. Schulexperten des AUVA Unfallverhütungsdienstes stehen anlässlich der Übergabe der neuen Schulwegpläne bei Elternabenden für Fragen zur Verfügung. Außerdem sind die Pläne im Internet zu finden und als pdf-File herunter zu laden unter www.auva.at/sicherlernen unter Menüpunkt "Lehrer-Info".

Erfolgreiche Elternbefragung: Probleme und Wünsche

Die Erhebung der Schulwegrouten durch Eltern-Fragebögen zu Jahresbeginn ist ein wesentlicher Pfeiler der Aktion. Das Interesse ist anhaltend sehr groß, die Schulwegsicherheit der Kinder ein wichtiges Anliegen: Insgesamt wurden von 6.681 verteilten Fragebögen 4.229 retourniert (Rücklaufquote von 63 Prozent). Erhoben werden die Verkehrsmittel auf Hin- und Rückweg, die Distanz Wohnung/Schule, ob die Kinder begleitet werden, die Lage und Art der Gefahrenstellen. Ebenso sind Verbesserungsvorschläge erbeten. Die Antworten geben dem Begehungsteam wesentlichen Aufschluss über den Einzugsbereich der zu Fuß kommenden Kinder aber auch über die Art und Lage der Gefahrenstellen im Umfeld der Schule.

Die am meisten genannten Gefahrenstellen/-bereiche 2009:
- Rücksichtslose (zu schnelle) Autofahrer
- Fehlende Ampeleinrichtungen, Zebrastreifen und Schülerlotsendienste bei Querungsstellen
- Schwierige Querungsstellen (unübersichtliche Kreuzungen)
- Zu schmale Gehwege
- Sichthindernisse

Probleme im Detail:

  • Fahrzeuglenker, die keine Anhaltebereitschaft vor Zebrastreifen zeigen
  • Zu wenige Ampeln, Zebrastreifen oder Schülerlotsen stark frequentierte Kreuzungen
  • Kfz-Lenker, die Halteverbote vor Zebrastreifen nicht berücksichtigen
  • Zu kurze Ampelphasen
  • Halten und Parken in 2. Spur
  • abbiegende Kfz-Lenker, die keine Rücksicht auf Fußgänger nehmen
  • Missachtung von Tempo-30-Zonen
  • Kfz-Lenker, die vor Straßenbahnstationen nicht halten
  • zu schnelle Radfahrer; Radfahrer, die auf Gehwegen unterwegs sind
  • Haltestellen von Straßenbahnen ungünstig für Schüler gelegen
  • Sichthindernisse durch Fahrzeuge, Sträucher, Bäume, Werbeplakate etc.
  • Eltern, die Kinder mit dem Pkw zur Schule bringen und dadurch andere behindern
  • Fußgänger, die bei rot queren
  • gewalttätige Mitschüler

Verbesserungswünsche:

  • in erster Linie mehr Überquerungshilfen (Ampel, Zebrastreifen, Schulwegsicherung etc.)
  • mehr Kontrollen durch die Exekutive
  • bauliche Verbesserungen wie Verbreiterung von Gehsteigen, Verlangsamung des Kfz-Verkehrs durch Aufpflasterungen etc.
  • mehr Rücksicht von anderen Eltern, die Kinder mit dem Pkw in die Schule bringen (Gefährdung durch falsches Parkverhalten und vermehrtes Verkehrsaufkommen)

Die Erhebung ist Basis für die Arbeit der Experten aus Verkehrsplanung, Exekutive und Unfallverhütung, die diese Routen und die Angaben über Art und Lage der Gefahrenstellen im Schulumfeld analysieren, Verbesserungen empfehlen und Sicherheitstipps für die Kinder ausarbeiten. Parallel wird versucht, die Gefahrenstellen so schnell wie möglich zu beseitigen. Das Projekt läuft in Zusammenarbeit mit den Bezirksvorstehungen, der Magistratsabteilung 46, den Eltern und den Schulen. Die AUVA übernimmt drei Viertel der Kosten, die Bezirke steuern pro Schule einmalig 1.000 Euro bei. Die Schulwegpläne werden laufend aktualisiert.

Die gedruckten Schulwegpläne für die Kinder sind ausklappbar und einfach zu lesen. Das Format A3 ist mehrfach quer und einmal längs auf ein handliches Quadrat (Seitenlänge A5) gefaltet. Jeder Plan enthält die sicherste(n) Route(n) zur jeweiligen Schule. Die Gefahrenstellen sind eingezeichnet und farblich hervorgehoben. Fotos und Verhaltenstipps geben wichtige Hinweise für ein sicheres Bewältigen des Schulweges. Weiters enthalten: Daten zur Schule und über Verkehrssicherheitsaktionen für Schulkinder.

Internet:
www.auva.at/wien, Untermenü "Aktuelles", www.auva.at/sicherlernen Untermenüpunkt "Lehrer-Info"
Fotos: http://83.164.133.17/pindownload/login.do?pin=CL0ZR

Rückfragen & Kontakt:

Gabriela Würth, GWK
Tel.: 02242-38300, 0676-33 24 879
E-Mail: gabriela.wuerth.gwk@utanet.at

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