"KURIER"-Kommentar von Karin Leitner: "Energieverschwendung"

Vor lauter Streit über die Lehrerarbeitszeit wird vergessen, worum es geht.

Wien (OTS) - Am 25.Februar plauderte Claudia Schmied aus der
Schule. Da tat sie den Plan, die Unterrichtspflicht zu erhöhen, kund. Seit damals wird über Sinn oder Unsinn dieser Maßnahme gestritten. Vier Verhandlungen zwischen der Ministerin und den Standesvertretern endeten ergebnislos. Schmied machte "Kompromissangebote", die für die Gewerkschafter keine sind. Die Gewerkschafter nannten Alternativen, die laut Schmied finanziell nicht das bringen, was sie braucht. Bisheriger trauriger Höhepunkt des Kräftemessens: Lehrervertreter rufen zum Boykott des PISA-Tests auf.
Diese Form des Protests ist neu, ansonsten läuft es wie bei unzähligen Bildungsreform-Debatten davor: Der Ressortchef kündigt etwas an, das gut organisierte Gegenüber sagt Nein und droht mit Widerstand. Beide Seiten graben sich so tief ein, dass sie ohne Gesichtsverlust nicht herauskönnen (das glauben sie zumindest).
Bei diesem Machtkampf wird vergessen, worum es gehen sollte: Wie kann man die Ausbildung der Kinder verbessern? Würde in dieses Projekt so viel Energie gesteckt wie in das Für oder Wider von zwei Stunden mehr, wären die heimischen Schüler zwar nicht beim nächsten, aber vielleicht beim übernächsten PISA-Test nicht erneut mittelmäßig, sondern spitze.

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