"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Schröpft die Reichen?"

In der SPÖ kocht eine neue Umverteilungsdebatte brandheiß hoch.

Wien (OTS) - Der steirische SP-Chef Franz Voves und AK-Präsident Herbert Tumpel zünden eine Debatte über die Vermögenssteuer an. Burgenlands Hans Niessl will den Chefs von AUA, ÖBB & Co. nicht mehr Gage als dem Kanzler gönnen. SP-Finanzstaatssekretär Andreas Schieder bringt eine "Null-Lohnrunde" für Manager ins Spiel. In der Partei kocht eine neue Umverteilungsdebatte hoch. Zyniker könnten einwenden, dass die SPÖ ausgerechnet jetzt ihr Herz für "Reichensteuern" entdeckt, wo die Gewinne einbrechen und die Finanz-Vermögen schrumpfen. Fakt ist, dass politisch die Frage rumort, wer am Ende des Tages die Krisen-Zeche zahlt.
Die Mehrheit der Menschen fühlt sich hier als Opfer und nicht als Täter. Gegen "Meinl & Konsorten" (Kanzler Faymann) zu wettern, spricht allen aus der Seele, die keine 100 Millionen binnen 54 Minuten von ihrem Konto loseisen können. Gefragt sind am Ende des Tages aber real spürbare Signale, dass die Politik gerade in Krisenzeiten nicht das soziale Augenmaß verliert. Sonst geht es der SPÖ wie dem Zauberlehrling. Sie wird die Unruhegeister, die sie rief, nicht mehr los. Und geht einmal mehr in die Geschichte ein, weil sie nur den blauen Rattenfängern den roten Teppich gelegt hat.

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