ÖAMTC: Tödliche Unfälle mit Fußgängern - dramatischer Anstieg bei Frauen

Stärkster Anstieg in Oberösterreich, gefolgt von Kärnten, Niederösterreich und Wien

Wien (OTS) - Im Jahr 2008 starben insgesamt 102 Fußgänger in Österreich. Heuer verunglückten bereits 29 Fußgänger tödlich (Stand 29. März, Quelle: BMI). Den stärksten Anstieg gab es von Jänner bis Februar 2009 mit 25 getöteten Personen nach "nur" 12 getöteten Fußgängern im Vergleichszeitraum des Vorjahres (Quelle: Statistik Austria). "Damit sind in den ersten beiden Monaten des heurigen Jahres mehr als doppelt so viele Fußgänger tödlich verunglückt als im Jänner und Februar 2008", beschreibt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger die dramatische Entwicklung. Mehr getötete Fußgänger gab es von Jänner bis Februar 2009 in Kärnten (+3), in Niederösterreich (+3), in Oberösterreich (+5) und in Wien (+3).

Große Unterschiede gibt es, wenn man die getöteten Fußgänger nach Alter und Geschlecht betrachtet. "Im Vorjahr wurden insgesamt 44 Frauen als Fußgängerinnen im Straßenverkehr getötet, um 12 mehr als 2007 mit 36 getöteten Fußgängerinnen. Das ist ein Anstieg von 22 Prozent", rechnet die ÖAMTC-Expertin vor. Im Gegensatz dazu sank der Anteil von Männern, die im Straßenverkehr als Fußgänger getötet wurden, um 19 Prozent von 72 im Jahr 2007 auf 58 Getötete im Jahr 2008.

Über 65-jährige Frauen als Fußgängerinnen besonders gefährdet

Sehr auffällig ist der Unterschied bei den über 65-Jährigen mit 34 getöteten Fußgängerinnen zu 24 Männern, die als Fußgänger im Straßenverkehr tödlich verunglückten. "In dieser Altersgruppe sind mehr Männer als Frauen mit dem Auto, Rad oder Motorrad unterwegs. Männer gehen auch weniger zu Fuß als Frauen", erklärt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Generell gesehen verunglückten aber im Vorjahr mehr Männer im Straßenverkehr tödlich (509) als Frauen (170). (Quelle: Statistik Austria)

Gefährdung von Fußgängern am Schutzweg ist ein Vormerkdelikt

Aufgrund der steigenden Unfälle mit Fußgängern kontrolliert die Polizei jetzt vor Zebrastreifen besonders streng, ob die Lenker den Fußgängern ein gefahrloses Queren ermöglichen. "Die Gefährdung von Fußgängern am Schutzweg ist ein Vormerkdelikt", warnt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin. Allerdings tragen auch Fußgänger selbst Verantwortung - für die eigene Sicherheit, aber auch durch ihre Vorbildwirkung auf Kinder", sagt Seidenberger. Daher achtet die Polizei auch darauf, wie Fußgänger sich dem Zebrastreifen nähern und sich beim Überqueren verhalten.

ÖAMTC-Verkehrspsychologin mahnt Fußgänger wie Autofahrer zum Einhalten von "Spielregeln"

Um Unfälle zwischen Fußgängern und motorisierten Verkehrsteilnehmern zu vermeiden, rät Seidenberger beiden Gruppen zu erhöhter Aufmerksamkeit und zum Einhalten von "Spielregeln". "Der Fahrer hat vor einem Zebrastreifen die Geschwindigkeit so zu wählen, dass er rechtzeitig anhalten kann, wenn ein Fußgänger den Schutzweg betritt. Aber auch Fußgänger sollten sich an Verkehrsvorschriften halten", spricht die ÖAMTC-Verkehrspsychologin das Problem der "Rotlichtgeher" an. "Fußgänger müssen verstehen lernen, dass sie sich selbst gefährden, wenn sie unvermutet die Fahrbahn betreten", betont Seidenberger. Wer zusätzlich noch mit Fehlern des anderen rechnet (Fußgänger nehmen nicht gerne Umwege in Kauf), leistet einen weiteren wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Besondere Vorsicht ist bei Kindern geboten. Sie können die Geschwindigkeit von Fahrzeugen nur schwer einschätzen und reagieren oft spontan und unberechenbar.

Bei schlechten Sichtverhältnissen sollten Autofahrer unbedingt das Abblendlicht einschalten. Fußgänger können sich durch helle und reflektierende Kleidung selbst schützen. Ablenkungen wie Telefonieren oder laute Musik sollten beide Gruppen vermeiden. "Ob im Auto oder als Fußgänger über Kopfhörer - im Straßenverkehr sind gute Sicht und "Ohren auf" überlebenswichtig", empfiehlt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin abschließend.

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