VSStÖ: Veröffentlichen Sie die Umfrage, Minister Hahn!

Keine flächendeckenden Zugangsbeschränkungen

Wien (SK) - Laut Wissenschaftsminister Hahn sollen die
verpflichtend vorgesehenen Studieneingangsphasen nicht mehr, wie lange behauptet, der Orientierung im Studium dienen, sondern für Zugangsbeschränkungen herhalten. Hahn beruft sich hier auf eine noch nicht veröffentlichte Umfrage. Sophie Wollner, Spitzenkandidatin des VSStÖ, hält diese Umfrage für dubios: "Es ist weder klar, von wem diese Studie durchgeführt wurde, noch wie tendenziös die Fragen gestellt wurden. Weiters ist es absurd, aufgrund einer Befragung, bei der 45 Prozent der Studierenden für 'bestimmte Studienrichtungen' Beschränkungen notwendig finden, flächendeckend Zugangsbeschränkungen einzuführen". Die Studieneingansphasen sollen damit einzig dafür verwendet werden, Studierende auszuselektieren und dadurch weniger Studienplätze finanzieren zu müssen, so Wollner am Montag. ****

"Nach der jahrelangen Aushungerung der Universitäten jetzt Zugangsbeschränkungen einzuführen, um damit das Problem der Unterfinanzierung zu lösen, ist zynisch. Die Universitäten brauchen nicht weniger Studierende, sondern mehr Geld", erklärt Wollner. Nach den ersten zwei Semestern solle also überprüft werden, wie geeignet Studierende für ihr Studium sind, die "besten Köpfe" kommen weiter, der Rest wird ausgesiebt. Dabei hinke Österreich nicht nur mit seinen AbsolventInnen pro Jahr dem OECD-Durchschnitt ("OECD Education at a Glance 2008") nach, sondern auch beim AkademikerInnen-Anteil, der im OECD-Durchschnitt bei 27 Prozent liegt. "Die Einführung von Zugangsbeschränkungen ist auch deshalb so absurd, da Österreich mit einer AkademikerInnenquote von 18 Prozent zu den Schlusslichtern im europäischen Vergleich zählt", kritisiert Wollner.

Eine Eingangsphase solle es, gehe es nach Hahn, nach dem bereits bestandenen Bachelor auch für das Masterstudium geben. "Wenn wir bedenken, dass ein Masterstudium insgesamt etwa vier Semester hat, ist es Wahnsinn, nach der Hälfte eines Studiums einfach auszusieben". Der VSStÖ ist gegen Zugangsbeschränkungen auf allen Ebenen: "Wir lassen nicht locker und werden jedenfalls gegen die geplanten Beschränkungen kämpfen", erklärt Wollner abschließend. (Schluss) mb/sv

Rückfragehinweis: Oona Kroisleitner, VSStÖ-Pressesprecherin +43 676 38 58 813

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