Wieder Drama durch zu niedrige Pflegestufe: Nur Pflegefachkräfte können Pflegeaufwand feststellen

AKNÖ-Vize Brigitte Adler: Schwerer Pflegefall bekam Stufe 3 statt Stufe 7

Wien (OTS) - Heinz P. aus Niederösterreich pflegte seine Frau in den letzten Monaten ihres Lebens aufopferungsvoll und mit Hingabe. Die krebskranke Frau konnte keinen Löffel mehr halten, sie konnte nicht selbstständig aufstehen, konnte sich nicht einmal im Bett aufsetzen. Die Todkranke erhielt Pflegestufe 3 zugesprochen. Dazu AKNÖ-Vizepräsidentin Adler: "Nach der Klage durch die Arbeiterkammer war es plötzlich Pflegestufe 7. Dieser dramatische Fall von Fehleinschätzung zeigt klar: Die Beurteilung des Pflegeaufwandes kann nur eine diplomierte Pflegefachkraft vornehmen. Deshalb fordere ich eine entsprechende Gesetzesänderung."

"Lasst die Profis ran", fordert AKNÖ-Vize Brigitte Adler knapp aber mit Nachdruck. Dieser Fall ist kein Einzelfall. Immer wieder müssen AK-Sozialrechtsexperten im Interesse der PatientInnen gegen viel zu niedrige Pflegegeldeinstufungen klagen. Die Ursache ortet Brigitte Adler in einer Gesetzeslücke: "Es ist derzeit nicht vorgesehen, dass die einzigen, die dazu ausgebildet sind, den Pflegeaufwand beurteilen. Das sind nur die ExpertInnen des gehobenen Gesundheits-und Krankenpflegedienstes." Ein Gerichtssachverständiger für Onkologie kann eine "Diagnose über das Krankheitsbild erstellen. Gefragt wäre allerdings etwas ganz anderes, nämlich die Beurteilung des Pflegeaufwandes."

AKNÖ fordert Gesetzesänderung: Pflegeaufwand beurteilen statt einschätzen So wie der Pflegeaufwand derzeit geschätzt wird, liegt der Schaden für die oft schwerkranken PatientInnen auf der Hand. Frau P. erhielt 442,90 Euro (Stufe 3) zugesprochen, tatsächlich standen ihr 1.665,80 Euro (Stufe 7) zu. Brigitte Adler: "Das ist genau das Geld, das für professionelle Pflegeunterstützung dringend gebraucht würde. Viele Angehörige opfern sich auf, geben ihre Berufe auf und bluten psychisch aus, weil sie selbst bald überfordert sind." PatientInnen, die zu Hause betreut werden möchten "haben Anspruch auf professionelle Pflege. Das sind wir ihnen und den Angehörigen schuldig". Frau P. bekam diese Hilfe nicht mehr: Sie starb nach 3 Monaten. Die entsprechende Gesetzesänderung wurde von der AKNÖ-Vollversammlung bereits im Vorjahr gefordert.

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