Neues Volksblatt: "Wozu die AK? (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 4. April 2009

Linz (OTS) - Eine bedenkliche Entwicklung hat sich diese Woche weiter manifestiert, ohne dass es darüber eine nennenswerte Diskussion gegeben hätte. Die Beteiligung an der Arbeiterkammerwahl ist mit Ausnahme von Salzburg in allen Bundesländern, die bisher gewählt haben, zurückgegangen, und zwar zum Teil dramatisch. In der Steiermark sank sie unter 40 Prozent, über 50 Prozent der Arbeitnehmer machten vom Wahlrecht nur in Tirol Gebrauch. Relativ leicht gemacht hat es sich der schwer verlustgebeutelte AK-Präsident von OÖ, FSG-Spitzenkandidat Johann Kalliauer. Die Leute, so meinte er, hätten in Krisenzeiten andere Sorgen als zur Wahl zu gehen. Mit Verlaub, Herr Kalliauer: Wenn es die AK nicht schafft, den Arbeitnehmern das Wählen ans Herz zu legen - zumal in Krisenzeiten -, dann läuft etwas schief. Offenbar wird die AK nicht als Interessenvertretung in dem Sinn wahrgenommen, wie sie eigentlich konzipiert ist. Preisvergleiche von Osterhasen in Ehren, aber dass es in einer freien Marktwirtschaft eine unterschiedliche Preisgestaltung gibt, sagt schon der Hausverstand. Und als Kooperationspartner für diverse Sommer- oder Stadtfeste braucht man die AK auch nicht. Wofür man sie braucht, ist der Mehrheit der Pflichtmitglieder aber offenbar nicht mehr klar.

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