"KURIER"-Kommentar von Ricardo Peyerl: "Eine Frage des Geldes"

Meinl darf sich freikaufen, Elsner muss bleiben: Ein Ungleichgewicht.

Wien (OTS) - Was hat der Meinl, was der Elsner nicht hat? Beide
sind Ex-Banker, beiden wird Millionenbetrug vorgeworfen, beiden droht eine Strafe bis zu zehn Jahren Haft. Na gut, Elsner ist -allerdings noch nicht rechtskräftig - verurteilt, Meinl noch nicht einmal angeklagt. Dafür ist Meinl britischer Staatsbürger, und sein Privatjet steht vollgetankt bereit. Aber er darf nach zwei Tagen heim, Elsner muss bleiben.
Dies könnte eine Geldfrage sein. Während Meinl 100 Millionen Euro aus dem Ärmel beutelt und damit den Wall-Street-Milliardenbetrüger Madoff mit zehn Millionen Dollar Kaution in den Schatten stellt, bot Elsner eine mickrige Million (und behielt eine zweite in der Hinterhand). Es gibt keine Formel für die Kaution, z.B. Vermögen mal Schadenshöhe, geteilt durch kriminelle Energie. Das ist Ermessenssache des Richters. Wobei sich nicht nur Reiche freikaufen können: Ein Vater, der seinem kleinen Sohn 23 Knochen gebrochen haben soll, kam für 7000 Euro (vorläufig) frei.
Wenn also Elsner was drauflegt (ob Martin Schlaff wieder aushilft?), könnte es doch noch klappen. Vielleicht wird’s ja - bei aller Antipathie, die der Mann erzeugt - nach über zwei Jahren auch Zeit. Immerhin ist die Untersuchungshaft keine Strafe - wie schon der Name sagt.

Rückfragen & Kontakt:

KURIER
Chronik Redaktion
Tel.: (01) 52 100/2674

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0002