Ärztekammer sieht belegärztliche Versorgung in Wien in Gefahr

Privatspitäler stellen massive Forderungen gegen Ärzte und Versicherungen - Kritik der Ärzte am Verband der Privatkrankenanstalten

Wien (OTS) - Zwischen den Privatkrankenanstalten und der Ärztekammer für Wien sowie den Privatversicherungen droht ein Konflikt. Grund dafür ist die Absicht der Privatkrankenanstalten, zukünftig den Infrastrukturbeitrag um 10 Prozent auf 8,8 Prozent zu erhöhen. Gleichzeitig fordern die Privatkrankenanstalten massive Tarifanhebungen von den Privatversicherungen. Dies sei weder mit der Ärztekammer noch mit den Versicherungen abgesprochen, betont dazu der Vizepräsident der Ärztekammer für Wien, Thomas Szekeres. Für ihn stellt dies "einen Versuch der Privatkrankenanstalten dar, finanzielle Belastungen zwecks eigener Gewinnmaximierung auf die Ärzteschaft und die Versicherungen und Versicherten zu schieben". ****

Der Infrastrukturbeitrag wird von den Sonderklassehonoraren der Ärzte abgezogen und dient für notwendige Infrastrukturmaßnahmen in den Spitälern. In der Vergangenheit lag dieser Beitrag in den Privatkrankenanstalten - abgestimmt mit der Ärztekammer - bei 8 Prozent. "Ohne mit uns Rücksprache zu halten, versucht nun der Verband der Privatkrankenanstalten, den Infrastrukturbeitrag auf 8,8 Prozent zu erhöhen", kritisiert Szekeres.

Für die betroffenen Ärztinnen und Ärzte sei dies "absolut unverständlich", die Belegarztsituation werde damit "dramatisch" gefährdet. Verhandlungstermine mit der Ärztekammer seien von den Privatkrankenanstalten nicht angenommen worden. Szekeres fordert daher dringend die Rückkehr an den Verhandlungstisch - "zum Schutz der Patienten".

Sollte man sich nicht einigen, drohen die Privatkrankenanstalten mit einem vertragslosen Zustand. "Wir werden hier sicher nicht tatenlos zusehen. Schließlich haben wir Tarife mit den Versicherungen, und daran halten wir uns auch", so Szekeres. Er erwarte umgehende Verhandlungen von den Privatkrankenanstalten mit der Ärztekammer, um eine "kooperative Lösung mit der Ärzteschaft zu erreichen, statt konfrontativ vorzugehen".

Ärztekammer informiert Mitglieder

Die Ärztekammer rät allen Wiener belegärztlich tätigen Ärztinnen und Ärzten dringend, gegenüber den Privatkrankenanstalten keinerlei zusätzlichen Abzügen von den Honoraren zuzustimmen.

"Sollten die Privatkrankenanstalten die Belegärzte unter Druck setzen und mit Repressionen oder sogar Hausverbot drohen, habe ich unsere Rechtsabteilung angewiesen, ausnahmslos jeden Fall zu prüfen und eine entsprechende Rechtsunterstützung zu gewähren", so Szekeres. (hpp)

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