ÖAMTC kritisiert: Spritpreis-Jumping untergräbt Preistransparenz

Club-Expertin fordert maximal eine Preisänderung pro Tag

Wien (OTS) - Die Beobachtung der Spritpreise zeigt in den vergangenen Wochen seltsame Preissprünge. "Ähnlich wie beim Bungeejumping gehen die Preise innerhalb kurzer Zeit extrem rauf und dann gleich wieder stark runter. Das Ganze passiert an einigen Tankstellen sogar mehrmals täglich", sagt Elisabeth Brandau. Die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin sieht aber keine Gründe für die Preissprünge. Der Gummiseil-Effekt führt zu Erhöhungen bis 10 Cent pro Liter. Schon Stunden später kann zu Preissenkungen in der gleichen Höhe kommen. "Dabei bewegen sich die Spritpreise im Durchschnitt seit mehr als einem Monat nur wenig. Der Preis für Superbenzin ist de facto gleich geblieben, nur Diesel wurde im Mittel um 2 Cent pro Liter teurer. Auch die Mineralölwirtschaft selbst ist am Spritpreis-Jumping nicht unbeteiligt: Laut ÖAMTC-Spritpreisdatenbank gab es am 30.3. eine Erhöhung der Richtpreise um 3 Cent pro Liter, und schon am nächsten Tag wieder eine Senkung um denselben Betrag. Die spontanen mehrmaligen Änderungen verwirren. Autofahrer werden mit günstigen Preisen angelockt, an der Zapfsäule angekommen, stellen sie fest, dass die Preise wieder nach oben geschnellt sind", kritisiert Brandau die Spielchen mit den Konsumenten. Mit maximal einer Preisänderung pro Tag wäre für die notwendige Transparenz gesorgt.

Ein Blick auf die ÖAMTC-Spritpreisdatenbank zeigt, dass die Preise in den vergangenen vier Wochen im Durchschnitt beinahe unverändert sind. So berappte man Anfang März für einen Liter Diesel österreichweit 0,917 Euro, für einen Liter Superbenzin 0,959 Euro. Einen Monat später - also heute - liegen die Durchschnittspreise in Österreich mit 0,937 Euro für einen Liter Diesel um 2 Cent, und 0,962 Euro für einen Liter Superbenzin nur geringfügig darüber. Ein ähnliches Bild zeigt die Entwicklung für Fertigprodukte am Spotmarkt:
Mit knapp über 300 Euro für eine Tonne Diesel oder Super ist der Preis bis auf geringe Tagesschwankungen relativ stabil. "Zwar sind die Rohölpreise im Monatsabstand leicht angestiegen, doch das dürfte auf die Spritpreise keinen Einfluss haben, weil die Mineralölindustrie in ganz Europa immer beteuert, sich an den Spotmärkten für Fertigprodukte zu orientieren. Das tägliche Spritpreis-Jumping ist weder durch die Preise für Rohöl noch durch jene am Spotmarkt nachvollziehbar", stellt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin klar.

Zwt.: ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin fordert Verschärfung der Verordnung zur Preisauszeichnung

Nachdem auch die Preise auf den internationalen Märkten nicht mehrmals täglich geändert werden, sieht der ÖAMTC keinerlei Notwendigkeit für die Preissprünge an den Tankstellen. Die im September 2008 vom damaligen Wirtschaftsminister verabschiedete "Verordnung gegen die Irreführung bei Kraftstoffpreisen" bringt nicht die gewünschten Ergebnisse. "Die eher zahnlose Formulierung, die sinngemäß häufige Preisänderungen nur dann untersagt, wenn diese zur Irreführung der Konsumenten führen, muss dringend geändert und verschärft werden. Es darf täglich nur eine Festsetzung der Spritpreise geben, am besten mit Betriebsbeginn oder um 0 Uhr", fordert die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend.

Aktuelle Preisinformationen gibt es in der ÖAMTC-Spritpreis-Datenbank online unter www.oeamtc.at/sprit. Dort sind etwa 2.200 Tankstellen aus ganz Österreich gelistet. Wer unterwegs ist, kann sich mittels ÖAMTC-Spritpreis-Feed über die aktuellen Spritpreise informieren. Der Service liefert die günstigsten Tankstellen im Bundesland nach Wahl und aktualisiert sich im Zehn-Minuten-Takt. Der ÖAMTC-Spritpreis-Feed ist auf der Homepage des Clubs unter www.oeamtc.at/feeds anforderbar.

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