Rotkreuz-Generalsekretär Kopetzky: "Ziel ist eine Welt ohne Minen"

Am 4. April ist Welttag gegen Minengefahr

Wien (Rotes Kreuz) - Vor mehr als zehn Jahren, am ersten März
1999, trat die Ottawa-Konvention in Kraft. Dieser völkerrechtliche Vertrag verbietet den Gebrauch, die Lagerung, die Herstellung und die Verbreitung von Anti-Personen-Minen. Bis zum Jahr 2009 sollte die Welt minenfrei sein, lautete damals das ambitionierte Ziel. Die 156 Staaten, die die Ottawa-Konvention bislang unterzeichneten, haben in den vergangenen Jahren viel erreicht. 42 Millionen gelagerte Minen wurden weltweit vernichtet, tausende Quadratkilometer vermintes Gebiet wurde gesäubert. Dennoch werden jährlich mindestens 1.500 Menschen durch Landminen getötet und mehr als 4.000 verletzt, darunter viele Kinder.
"Hinter diesen Zahlen stecken schreckliche - und vor allem vermeidbare - menschliche Tragödien", sagt Wolfgang Kopetzky, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes. Anti-Personen-Minen unterscheiden nicht zwischen Soldaten und Zivilisten. Sie verletzen noch Jahre nach Ende von bewaffneten Konflikten Zivilpersonen, sei es ein Bauer, der ein vermintes Feld bestellt oder ein Kind, das sich den falschen Platz zum Spielen ausgesucht hat. "Unser Ziel bleibt bestehen: Wir wollen eine Welt ohne Minen", so Kopetzky. "Die Verletzungen, die von Minen angerichtet werden, sind furchtbar. Vielen Opfern muss ein Arm oder ein Bein abgenommen werden. Neben dem ungeheuren körperlichen Leid stellt eine Amputation eine große psychische Belastung dar. "
Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) führt in zahlreichen Ländern Hilfsprojekte für Minenopfer durch. Ziel dieser Projekte ist es, die Opfer dabei zu unterstützen, wieder ein normales Leben zu führen, Arbeit zu finden und sich in die Gesellschaft einzugliedern. In Afghanistan etwa werden Monat für Monat 60 Menschen durch Anti-Personen-Minen und sonstige explosive Kampfmittelrückstände verletzt oder getötet. Die Opfer brauchen zumeist lebenslange Betreuung. Das IKRK betreibt in Afghanistan Kliniken und Betreuungseinrichtungen für Minenopfer. Monatlich werden 1.000 Prothesen hergestellt und 14.000 physiotherapeutische Einheiten angeboten. "Besonders wichtig bei der Hilfe für Minenopfer ist die Vergabe von Mikro-Krediten und die berufliche Aus- und Weiterbildung", so Kopetzky. "Damit kann den Patienten der Wiedereinstieg ins Erwerbsleben ermöglicht werden."
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