"Tiroler Tageszeitung" Kommentar: "Jetzt müssen Taten folgen" (Von FRANK TSCHONER)

Ausgabe vom 3. April 2009

Innsbruck (OTS) - Glaubt man den Mächtigen, dann ging es beim G20-Gipfel in London um Sein oder Nichtsein. Die Weltwirtschaft befindet sich in ihrer größten Krise seit den 30er-Jahren. Kein Wunder, dass vor dem Gipfel Horrorszenarien beschworen wurden, was passieren könnte, wenn der Gipfel zur politischen Belanglosigkeit verkommt.

Doch die wichtigsten Regierungschefs der Welt fanden große Worte in ihrer Abschlusserklärung, die eine Aufbruchsstimmung erzeugen könnten. Mehr Transparenz, Kontrolle, Aufsicht und Regulierung an den Finanzmärkten wird versprochen. Das können sich Deutschland und Frankreich an ihre Fahnen heften. Die USA, Japan und Großbritannien haben sich hingegen mit mehr Wirtschaftshilfe durchgesetzt. So hat keine der beiden Seiten ihr Gesicht verloren.

Die G20 fassten aber auch heiße Eisen wie Rating-Agenturen an. Mit ihren zum Teil falschen Bewertungen trugen diese auch maßgeblich zur jetzigen Wirtschaftskrise bei. Hier muss es mehr Aufsicht geben.

Nicht ganz uneigennützig ist der Kampf gegen Steueroasen. Gehen doch den wichtigsten Industrienationen so immense Steuereinnahmen verloren. Das Geld brauchen sie jedoch dringend, um ihre Konjunkturprogramme zu finanzieren.

Doch den großen Worten müssen jetzt rasch Taten folgen. Abschlusserklärungen wie diese sind nutzlos, wenn es an ihrer Umsetzung hapert. Hier werden sich die G20 beweisen müssen. Denn sonst verpufft die Aufbruchsstimmung schneller, als ihnen lieb ist, und es geht noch weiter bergab.

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