Kernpunkte der Pressekonferenz vom 2. April 2008: "Fit, Clean und Fair"

Das Anti-Doping-Programm für den Breitensport der SPORTUNION Österreich

Wien (OTS) - Teilnehmer:

  • Abg. z. NR Peter Haubner, Präsident der SPORTUNION Österreich
  • Univ. Prof. Dr. Norbert Bachl, Leiter des Instituts für Sportwissenschaften der Universität Wien
  • Franz Stocher, Vorstandsmitglied für Leistungssport der SPORTUNION Österreich und Bahnradweltmeister 2003

Neben dem Spitzensport ist auch der Breitensport in der aktuell geführten Diskussion zum Thema Anti-Doping erfasst.

Der österreichische Spitzensport wird derzeit von öffentlich breit diskutierten Dopingskandalen erschüttert. Das kleine Land Österreich steht als vermeintliche oder tatsächliche Doping-Hochburg in der nationalen und internationalen Auslage.

Statt Verunsicherung und Panikmache setzt die SPORTUNION auf Fakten und Aufklärung.

SPORTUNION Präsident Peter Haubner (es gilt das gesprochene Wort)

Die SPORTUNION Österreich repräsentiert als Dachverband rund 1 Mio. Mitglieder die in rund 4.000 Vereinen Sport betreiben. Als Sportverband ist es unsere Aufgabe die Freude an der Bewegung erlebbar zu machen, Sport und Bewegung als positive Freizeitgestaltung in der Öffentlichkeit bekannt zu machen und auf die hervorragende und wichtige Arbeit unserer Vereine hinzuweisen.

Tausende Trainer und Funktionäre leisten in unseren Vereinen unbezahlbare Arbeit und tragen zu einem positiven Image von Bewegung für die Gesundheit bei. Das wichtigste im Leben ist Gesundheit, und Bewegung leistet den wesentlichsten Beitrag für ein langes gesundes Leben.

Die SPORTUNION steht für Teamgeist und Fairness.

Daher ist Aufklärung über die Gefahren von Doping für die SPORTUNION eine vorrangige Aufgabe und als erster Sportverband Österreichs nehmen wir uns diesem Thema umfassend an.

Unser Credo: Nicht verunsichern und Angst machen, sondern aufklären und informieren!

Das Antidoping Programm im Überblick

  • Einrichtung einer Anti-Doping Anlaufstelle im Generalsekretariat. Start einer Anti-Doping Hotline ab sofort unter: 0664 60613333, E-mail: antidoping@sportunion.at
  • Radweltmeister und Anti-Doping Vorreiter Franz Stocher wird Doping Beauftragter der SPORTUNION Österreich
  • Infotour: Gezielte Aufklärung unserer Vereine in allen Bundesländern sowie Ausbildung von Trainern und Funktionären.

- Vorbildoffensive von sauberen Sportlern für junge Sportler

- Vereinswettbewerb "Fit, Clean und Fair"

- Umfassende Information der Eltern und Erziehungsberechtigten

SPORTUNION Vorstand und Anti-Doping Beauftragter Franz Stocher

Wir als Breitensportorganisation haben die Möglichkeit junge aufstrebende Sportler von Beginn ihrer Karriere an zu begleiten. Dadurch ist es gewährleistet frühzeitige Aufklärungsarbeit zu leisten und das "Abdriften" in die Dopingszene zu verhindern.

Franz Stochers Modellprojekt: Der gläserne Athlet
Ein Vorzeigemodell für Transparenz und Prävention.

Stochers Radteam unterzieht sich regelmäßig freiwilligen Kontrollen. Das Modell dient als positives Beispiel im Sport und soll Breitenwirkung entfalten.

Stocher als Schnittstelle zwischen Spitzensport und Breitensport bringt Erfahrung und Expertise im Kampf gegen Doping ein. Das vorrangige Ziel ist Aufklärung.

Daher wird Franz Stocher die Infotour der SPORTUNION begleiten.

Doping ist Betrug und Selbstbetrug - Viele Sportler sind sich gar nicht bewusst, was sie ihrem Körper mit verbotenen Substanzen antun. Im Vordergrund steht der eindringliche Appell zu Eigenverantwortung auch und gerade im Sport.

Es gilt die Verunsicherung zu vermeiden. Viele Eltern würden sonst ihre Kinder von sportlichen Aktivitäten auf Vereinsebene aus Sorge fernhalten. Damit geht ein Imageverlust des Sports mit sich. In Zeiten von Bewegungsarmut ein fataler Effekt.

Leiter des Instituts für Sportwissenschaften, Univ.-Prof. Dr. Norbert Bachl

Für den Sportmediziner steht Bewusstseinsbildung und Aufklärung im Vordergrund.

Die Gefahr "unbewussten Dopings" lauert häufig in der eigenen Hausapotheke. Gerade gängige Mittel gegen Schmerzen oder Erkältungskrankheiten finden sich in jedem Haushalt und werden vor Wettkämpfen oder im Training ohne an aktuelle Dopinglisten zu denken, eingenommen.

Bachl macht auf die Unsinnigkeit aufmerksam, als gesunder Mensch Medikamente einzunehmen und damit auch unnötige Risiken und Nebenwirkungen in Kauf zu nehmen.

Es ist aber auch unsinnig, mit einer akuten Krankheit, bei der Medikamente benötigt werden, Sport zu betreiben.

Eine undifferenzierte Vermischung von wettkampforientierten Hobbysportlern mit dem klassischen Freizeitsportler sieht Dr. Bachl als kritisch. Aussagen dass 30 Prozent aller Hobbysportler gedopt seien, bringen den Sport in Verruf. Es gibt sicher Unterschiede zwischen Spielsportarten, Laufbewerben bzw. Krafttraining in Fitnessstudios. Daher: man darf weder dramatisieren noch bagatellisieren, solange keine "echte Zahlen" auf dem Tisch liegen.

Beginnt man im Breitensport großflächig auf Doping zu testen, entsteht Chaos:

Beispiel: Patienten mit Bluthochdruck, Allergien oder Asthma, die regelmäßig Medikamente nehmen müssen, wären von der Teilnahme an z.B. Frühlingsläufen, Tennisturnieren etc. ausgeschlossen. Dies, obwohl Bewegung gerade für diese Menschen essentiell ist.

Daher: "kühlen Kopf" bewahren, Aufklärung forcieren, besonders im Hinblick auf das wachsende Problem in unserer Gesellschaft: "Der Umgang mit Drogen".

Allerdings: Doping von wettkampforientierten Hobbysportlern muss verhindert werden, insbesondere die Verwendung von EPO, Hormonen und Gendoping.

Eine Möglichkeit: Pharmafirmen sollen weltweit bestimmte Produkte "markieren"; dann auch eine größere Zahl an unangemeldeten Kontrollen bei "breitensportlichen Veranstaltungen"

Daher: Breiten- und Hobbywettkampfsport nicht kriminalisieren, aber "Rute ins Fenster stellen".

Rückfragen & Kontakt:

Falkestraße 1, 1010 Wien, ZVR-Zahl: 743211514
Generalsekretär Mag. Rainer Rößlhuber
Telefon +43-1-513 77 14, Fax +43-1-513 40 36
e-mail: office@sportunion.at
www.sportunion.at

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