Gewerkschaft vida zu ÖBB-Sicherheit: "Bestürzung" über in "News" erhobene Vorwürfe

ÖBB-Traktion-Zentralbetriebsratsvorsitzender Hebenstreit: Sicherheit darf nicht unter Kostendruck leiden

Wien (vida/ÖGB) - "Die sofortige Behebung eventueller Sicherheitsmängel im Eisenbahnbetrieb im Sinne der Beschäftigen und Reisenden", hat der Zentralbetriebsratsvorsitzende der ÖBB-Traktion GmbH, Roman Hebenstreit, gestern, Mittwoch, in einer an den ÖBB-Vorstand gestellten schriftlichen Anfrage gefordert. "Wir sind über die Anschuldigungen bestürzt. Sollten die im Wochenmagazin "News" erhobenen schweren Vorwürfe im Zusammenhang mit dem Eisenbahnunfall in Kritzendorf, dass Sicherheitseinrichtungen von Fahrzeugen nicht wie vorgesehen überprüft wurden, stimmen, gibt es dringenden Handlungsbedarf", betonte Hebenstreit, der auch Sprecher der Plattform Lokfahrdienst in der Gewerkschaft vida ist.++++

"Aufgrund der Tragik der Ereignisse" in Kritzendorf erwartet sich der Betriebsrat von den ÖBB-Vorständen "umgehende und umfassende Information über den Wahrheitsgehalt der medialen Behauptungen", heißt es in der Anfrage. "Korrekterweise muss zum Bahnunfall in Kritzendorf festgehalten werden, dass die Gründe für das Unglück erst nach der genauen Auswertung des Fahrtenschreibers des Triebfahrzeugs festgestellt werden können", sagte Hebenstreit am Donnerstag. Faktum sei aber, dass mehrfach Meldungen von TriebsfahrzeugführerInnen vorliegen, worin sie auf die gefährliche Betriebssituation auf der Strecke in Kritzendorf hingewiesen und zusätzliche signaltechnische Sicherungsmittel verlangt haben, so der Zentralbetriebsratsvorsitzende.

Zu den gestern von den ÖBB in einer Presseaussendung getätigten Aussagen zum Unfall an der Eisenbahnkreuzung Glinzendorf hält Hebenstreit fest: "Von der hier verantwortlichen ÖBB Infrastrukturbetrieb AG ist beim Ausfall der Sicherungsanlage nicht die sicherste sondern leider nur die billigste Variante gewählt worden. Laut Eisenbahnkreuzungsverordnung hätten die ÖBB unverzüglich eine Bewachung der Kreuzung veranlassen müssen."

"Generell muss zu den Sicherheitsinvestitionen der ÖBB gesagt werden, dass gerade dieser unverzichtbare Bereich großem Kostendruck augesetzt ist", erklärt der Betriebsrat. Es sei, wie von den ÖBB dargestellt, zwar korrekt, dass Gefährdungen an die Unfalluntersuchungsstelle des Verkehrsministeriums gemeldet werden. "Allerdings werden in der Regel Empfehlungen der Unfallkommission des Ministeriums vom Infrastrukturbetreiber nicht bzw. nur mit Widerwillen umgesetzt", kritisiert Hebenstreit. "Alarmierend ist in diesem Zusammenhang auch, dass ebenfalls aus Kostengründen in den letzten Jahren bei nahezu allen sicherheitsrelevanten Ausbildungen die Ausbildungszeit der Beschäftigen zum teil deutlich zurückgefahren wurde", fügte der Zentralbetriebsratsvorsitzende hinzu.

ÖGB, 2. April 2009 Nr. 188

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