Ausstellung über Kelten-Ausgrabung am Sandberg

Im Kunsthistorischen Museum bis 30. August

St. Pölten (NLK) - Mit der Spezialschau "Roseldorf-Fürstensitz-Keltenstadt", die mit einer großen Zahl an Fundstücken bis 30. August im Kunsthistorischen Museum in Wien zu sehen ist, gelangt der Sandberg im Bezirk Hollabrunn im Weinviertel, der zu den bedeutendsten archäologischen Ausgrabungsstätten Mitteleuropas zählt, einmal mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit. Auf dem zwischen Roseldorf und Platt gelegenen, rund 340 Meter hohen Sandberg war vor mehr als 2.000 Jahren die größte bisher bekannte Keltenstadt auf mitteleuropäischem Boden angesiedelt. Sie umfasste mehr als 23 Hektar, auf denen sich ab dem Jahr 400 vor Christus Häuser, Straßen und Befestigungsanlagen befunden haben. Die Kelten nutzten die Siedlung in der Region als wirtschaftliches, gesellschaftliches und religiöses Zentrum.

Seit dem Jahr 1991 führt ein Team des Naturhistorischen Museums Wien auf dem Sandberg umfangreiche Ausgrabungsarbeiten durch. Was die Wissenschafter bisher an Spuren der alten Weinviertler Keltenstadt gefunden haben, ist durchaus beachtlich. Die hiebei gewonnenen Befunde von rituell zerstörten Opfergaben wie Waffen, Streitwägen und Pferdegeschirr aus Eisen und Keramik, aber auch Tier- und Menschenopfer dokumentieren am Sandberg eindeutig die ersten und einzigen keltischen Heiligtümer Österreichs. Zusätzlich heben besondere Funde wie eine eiserne Druidenkrone, ein bearbeitetes Hirschgeweih und ein verkohlter Weinkern einer kultivierten Traube die Bedeutung dieser Kultstätte hervor.

Die bekanntesten Fundstücke vom Sandberg sind jedoch bestimmt die prähistorischen Münzen. Fast 1.500 Stück davon aus Gold, Silber und Kupfer hat man bisher entdeckt und auch nachweisen können, dass es in Roseldorf vormals eine eigene Münzprägestätte gegeben hat.

Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10 bis 21 Uhr. Nähere Informationen: www.khm.at.

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