Schicker: Radweg Ring-Rund wird erweitert

Konzept sieht mehr Platz für RadlerInnen und FußgängerInnen vor

Wien (OTS) - Für den Radweg entlang der Ringstraße, Radweg Ring-Rund genannt, wurde heute, Donnerstag, ein Maßnahmenpaket vorgestellt, um die Kapazitäten des Radweges zu erhöhen und die Verkehrssicherheit an unübersichtlichen Stellen zu steigern. Diese wurden nun in einem Konzeptentwurf präsentiert, wobei in vier Abschnitten bereits die Detailplanungen erfolgt sind. "Der Radweg Ring-Rund, ist das Herzstück des Wiener Radwegenetzes", so Verkehrsstadtrat DI Rudi Schicker zu den Neuerungen, "eines, das mittlerweile in die Jahre gekommen ist und nun wieder restauriert und aufgewertet wird."

Das Paket selbst ist das Ergebnis einer umfassenden und eingehenden Sicherheitsüberprüfung durch Radwege-Experten der Stadt Wien und eines externen Planungsbüros (Rosinak & Partner), die vor allem auf eine klarere Organisation des Rad- und FußgängerInnenverkehrs abzielte.

Erfreulich hohe Frequenz

Der Ring-Rund-Radweg ist nicht nur einer der ersten Radwege Wiens, sondern auch einer der beliebtesten. In den 1980er Jahren realisiert, entspricht die Strecke in Teilabschnitten, durch die erfreulich hohe RadfahrerInnen-Frequenz, nicht mehr den heutigen Verkehrsanforderungen und ist an der Kapazitätsgrenze angelangt. Zählungen zufolge nutzen werktags durchschnittlich 2.800 RadlerInnen den Ring-Radweg auf dem Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder zum Einkaufen. An den Wochenenden pendelt sich die Zahl bei ca. 2.000 RadfahrerInnen ein. Zu Spitzenzeiten sind sogar über 6.000 unterwegs.

Priorität auf Steigerung der Verkehrssicherheit

Beim Radweg Ring-Rund ist es vor allem die Verkehrssicherheit, die es zu verbessern gilt. Viele Teilstrecken werden derzeit parallel zum Gehweg geführt, teilweise nur durch Markierungen voneinander getrennt. Daher kommt es immer wieder zu Konfliktsituationen zwischen den einzelnen VerkehrsteilnehmerInnen: FußgängerInnen sind irrtümlich auf dem Radweg unterwegs, RadfahrerInnen fahren zu knapp vorbei oder abbiegende bzw. querende Fahrzeuge übersehen den Rad- und FußgängerInnenverkehr. "Die punktuell getroffenen Maßnahmen der letzten Jahre haben nicht ausgereicht, um den Rad-Ring-Rund sicherer und komfortabler zu machen. Deshalb wurde eine große Systemlösung angedacht", so der Verkehrsstadtrat.

Radverkehr nicht auf der Fahrbahn

Die ersten Teile des Konzepts können nun verwirklicht werden:

o Stubenring / Parkring: Oskar-Kokoschka-Platz bis Johannesgasse: ehemalige Reitalleestrecken (links und rechts der Fahrbahn). o Opernring: Operngasse und Babenbergerstraße: über die äußere Reitallee werden die bereits bestehenden Radwege miteinander verbunden. o Universität: Anbindung an die Universitätsstraße. o Hohenstaufengasse bis Ringturm: hier werden beide Alleestrecken vom Radverkehr genutzt werden können.

Auch die Möglichkeit den Radverkehr auf die Fahrbahn zu verlegen wurde geprüft, allerdings nicht weiter verfolgt. Die entsprechende Untersuchung der Verkehrsauswirkungen zeigt, dass der zu erzielende Wirkungsgrad ausgesprochen gering ist. Darüber hinaus muss die Ringfahrbahn, auch durch den Fiaker- und Busverkehr, vielfältigen funktionellen Ansprüchen gerecht werden, womit die Akzeptanz des Radverkehrs nicht gesichert gewesen wäre.

Umsetzungsbeginn noch 2009

Mit den entsprechenden Arbeiten zur Änderung der Radwegeführung am Ring wird noch in diesem Jahr begonnen. In den folgenden Jahren sollen auch die Lücken in der Parallelführung, also beide Alleestrecken in Kombination mit Teilabschnitten der Nebenfahrbahn, geschlossen werden. Stadtrat Schicker betont, dass bei der nun angestrebten Lösung der Wunsch im Vordergrund steht, so wenig Stellplätze wie möglich zu verlieren: "Die ExpertInnen hatten die Vorgabe, den Radweg hinsichtlich Sicherheit und Komfort deutlich aufzuwerten, gleichzeitig aber den Wegfall von Stellplätzen in Grenzen zu halten."

Schicker: "StVO gilt für alle VerkehrsteilnehmerInnen"

Darüber, dass nun ein Lösungskonzept für den prominentesten Radweg in Wien auf dem Tisch liegt, zeigt sich Schicker erfreut: "Die Stadt Wien hat in den letzten Jahren, insbesondere aber in diesem Jahr, zahlreiche verkehrspolitische Maßnahmen gesetzt, um den Radverkehrsanteil kontinuierlich zu erhöhen und somit die Nutzung des Fahrrads zu steigern. Nun kommt auch die Erneuerung des Radwegs Ring-Rund dazu, womit wir wohl einmal mehr beweisen, dass uns die Anliegen der RadlerInnen in Wien am Herzen liegen."

Eine einseitige Bevorzugung dieser VerkehrsteilnehmerInnen sieht Schicker darin aber nicht. Im Gegenteil: "Die Stadt Wien setzt vermehrt auf ein gleichberechtigtes und rücksichtsvolles Nebeneinander der verschiedenen VerkehrsteilnehmerInnen. Der Straßenraum in Wien ist begrenzt. Deshalb wollen wir, dass der vorhandene Platz zwischen allen fair verteilt wird. Mit "Straße fair teilen", also der gemeinsamen und verkehrsberuhigten Nutzung der Straßen, können wir ein deutliches Mehr an Lebensqualität im Öffentlichen Raum erzielen."

Abschließend verweist der Verkehrsstadtrat darauf, dass zur Hebung der Verkehrssicherheit planerische und bauliche Maßnahmen alleine nicht ausreichen: "Die Straßenverkehrsordnung sowie die entsprechenden Regeln gelten für alle VerkehrsteilnehmerInnen. Eine entsprechende Sicherheit im Verkehrsgeschehen kann nur durch deren Einhaltung gewährleistet werden." (Schluss) dee/shm

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