E-Card für alle: Staudinger erneuert AK-Forderung

Sozialhilfe darf Gesundheit nicht gefährden

Wien (AKNÖ) - Sozialhilfeempfänger haben keinen automatischen Anspruch auf eine E-Card. Sie müssen sich in der Regel über das Sozialamt einen Krankenschein besorgen. Diese Vorgangsweise sollte der Vergangenheit angehören, fordert AKNÖ-Präsident Staudinger eine E-Card für alle und stimmt der diesbezüglichen Forderung der Ärztekammer zu.

Bis die Verhandlungen bezüglich einer Grundsicherung positiv abgeschlossen sind, gelte es wenigstens vorübergehend und zwar ab sofort, eine entsprechend diskriminierungsfreie "Übergangslösung" zu finden. "Die Einbeziehung der Sozialhilfeempfänger in die soziale Krankenversicherung ist ein wichtiger Schritt zur Gesundheitsversorgung armutsgefährdeter Menschen in Niederösterreich. Deshalb erneuere ich unsere langjährige Forderung nach einer E-Card für alle Menschen", sagt AKNÖ-Präsident Josef Staudinger. Derzeit haben etwa 100.000 ÖsterreicherInnen keine E-Card. Sie müssen sich vor einem Arztbesuch einen Sozialhilfekrankenschein beim Sozialamt besorgen. Davor schrecken viele zurück. "Zu Lasten ihrer Gesundheit", erklärt AKNÖ-Sozialrechtsexperte Mag. Josef Fraunbaum. Die Betroffenen gingen im Krankheitsfalle gar nicht oder viel zu spät zum Arzt. Der Sozialhilfekrankenschein, den die Sozialämter ausgestellt haben, führt erst recht zu einer Stigmatisierung beim Arztbesuch.

"Wichtig ist, dass die Länder die zusätzlichen Beiträge zur Krankenversicherung direkt an die Gebietskrankenkassen entrichten", sagt der AKNÖ-Experte, "damit auch Sozialhilfeempfänger eine normale E-Card wie alle anderen Versicherten erhalten." So entfiele eine Hemmschwelle, die diese Personengruppe oftmals von der Gesundheitsbetreuung ausschließt. Die AKNÖ erneuert damit eine langjährige Forderung: "Es kann nicht sein, dass für andere Bereiche spontan jede Menge Geld vorhanden ist, in Sachen Gesundheitsversorgung der Ärmsten aber nichts weiter geht", erklärt Staudinger.

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Sozialrecht
Mag. Josef Fraunbaum
Tel.: (01) 58883-1418
http://noe.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001