Bundesforste setzen Zeichen der Branchen-Solidarität in der Wirtschaftskrise

Auflösung der Nasslager zugunsten der Sägeindustrie-Versorgung

Wien (OTS) - Forstwirtschaft und Sägeindustrie haben gegenwärtig nicht nur mit den Auswirkungen der Finanzkrise, sondern auch mit dem strengen Winter zu kämpfen. In großen Gebieten Österreichs lässt sich zur Zeit aufgrund der massiven Schneelage kein Holz gewinnen. Seitens der Sägeindustrie, die bereits durch die Finanzkrise unter Druck steht, wird deshalb verstärkt Rohstoff nachgefragt.

Solidarisch mit jenen, die nach Windwürfen solidarisch waren

Für diesen vorhersehbaren Versorgungsengpass haben die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) im Sinne der Krisen-Solidarität vorgesorgt: Die nach den Windwürfen angelegten Nasslager - es sind mit rund 300.000 Festmetern die größten Nasslager in der Geschichte der Bundesforste - werden zur Versorgung der Sägeindustrie aufgebraucht. Obwohl das Holz in diesen Nasslagern noch bis zumindest Ende 2010 lagerfähig ist, werden diese "Eisernen Reserven" jetzt der Sägeindustrie zur Verfügung gestellt. "Wir sind jetzt in der Krise solidarisch mit all jenen, die mit uns und der gesamten Forstwirtschaft nach den dramatischen Windwürfen der Jahre 2007 und 2008 solidarisch waren und die Situation nicht zu ihrem Vorteil ausgenutzt haben" erklärt Bundesforste-Vorstandssprecher Georg Erlacher diese Initiative des Unternehmens.

Obwohl sich die Österreichischen Bundesforste für das Jahr 2009 eine Holzerntereduktion um zumindest 30 Prozent vorgenommen haben, zeichnen die ausgelieferten Mengen des ersten Quartals 2009 ein anderes Bild: Mit einer ausgelieferten Holzmenge von über 325.000 Festmetern liegen die Bundesforste deutlich über dem langjährigen Schnitt von 307.000 Festmetern. Betrachtet man nur jene Jahre, in denen kein Windwurf erhöhte Holzmengen verursachte, so ist die ausgelieferte Holzmenge des 1. Quartals im Jahr 2009 gar die größte Menge in diesem Jahrzehnt. Besonders deutlich wird die Differenz, wenn man jenes Jahr betrachtet, in dem vergleichbar winterliche Verhältnisse herrschten - das Jahr 2006: Hier lieferten die Bundesforste mit 163.000 fm gerade einmal rund die Hälfte jener Holzmenge aus, die 2009 im selben Zeitraum ausgeliefert wurde.

Nasslager als "Eiserne Reserve"

Georg Erlacher sieht damit die Idee der Nasslager als "Eiserne Reserve" bestätigt: "Damit wird einmal mehr deutlich, dass die Nasslager nicht nur eine kurzfristige Ausgleichsmaßnahme im Markt ermöglichen. Sie sind auch ein probates Mittel dafür, dramatische Engpässe wie sie eben in harten Wintern passieren können, hintan zu halten. Die Nasslager sind der Schlüssel für eine moderne Kooperation zwischen Forstwirtschaft und Sägeindustrie im Lichte des Klimawandels aber auch angesichts von Wetterkapriolen oder Wirtschaftskrisen. An diesem Vorteil für die Zukunft sollte die gesamte Branche Interesse haben und deshalb auch gemeinsam an der Ermöglichung dieses Vorteils arbeiten."

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