Molzer: Erfolg der österreichischen und europäischen Bustouristik

Verkehrsausschuss des europäischen Parlaments beschließt Einführung einer modifizierten 12-Tage-Regelung - Vorteile für Fahrpersonal und Unternehmen

Wien (PWK250) - Der Verkehrsausschuss des Europäischen Parlaments hat sich gestern, Mittwoch, mit großer Mehrheit für eine modifizierte Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung im Bustourismus ausgesprochen. Zuvor hatten bereits EU-Verkehrsministerrat und EU-Kommission im sogenannten Trilog-Verfahren der modifizierten, neuen 12-Tage-Regelung zugestimmt. "Ich erwarte nun, dass das Europäische Parlament in seiner Sitzung am 22. April der Empfehlung des Verkehrsausschusses folgen wird und der Verkehrsministerrat abschließend zustimmt. Sollten keine weiteren Hindernisse auftauchen, so steht der neuen 12-Tage-Regelung nichts mehr im Weg.", hält der Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen in der WKÖ, Komm.Rat Karl Molzer, fest.

Der Fachverband, der in enger Kooperation mit den europäischen Busverbänden seit Jahren um eine Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung kämpfen, begrüßt das vorgelegte Ergebnis ausdrücklich als Erfolg der österreichischen und europäischen Bustouristik. Insbesondere dem Fahrpersonal, aber auch den Unternehmen, wird die neue Entwicklung zugute kommen.

Mit Inkrafttreten der neuen europaweit einheitlichen EG-Sozialvorschriften zum 11. April 2007 waren zu gravierenden Änderungen innerhalb der Lenk- und Ruhezeiten gekommen. Insbesondere der Wegfall der 12-Tage-Regelung bereitet seitdem vielen Busunternehmen massive Probleme. Neben einem Verlust der Flexibilität gingen touristische Leistungsangebote zurück, die zweistellige Umsatzausfälle für die Unternehmen zur Folge hatten. Die Durchführung längerer Urlaubsreisen ist nun mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden, die am Markt kaum umgesetzt werden können. Auch für das Fahrpersonal hat sich die Situation drastisch verschlechtert. Nunmehr sind sie gezwungen, Ruhezeiten unterwegs und nicht wie früher zu Hause bei ihren Familien zu nehmen. Hinzu kommen Einkommensverluste von mehreren hundert Euro monatlich.

Der Fachverband der Autobusunternehmen vertritt die Interessen von rund 1.300 Busunternehmungen mit einer Flotte von über 9.000 Bussen. Jährlich werden 50 Millionen Fahrgäste im Reiseverkehr befördert. Im öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr wird bei über 600 Millionen Beförderungsfällen der Bus benutzt. Der Pro-Kopf-Dieselverbrauch bei Busfahrten liegt bei 0,6 Liter auf 100 Kilometer. Im Pkw reisen durchschnittlich 1,2 Personen, im Bus sind es 30-mal mehr. Ein Bus ersetzt damit eine Pkw-Kolonne von 30 Fahrzeugen. 225 Millionen Euro werden jährlich in die Modernisierung des Fuhrparks investiert. (hp)

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