KORRIGIERTE NEUFASSUNG der OTS0329 von heute: Der österreichische Regieverband ADA zum vom ORF geplanten Ausstieg aus dem Film-Fernseh-Abkommen

Wien (OTS) - Der Österreichische Regieverband ADA sieht im ORF einen, für viele seiner Mitglieder, überlebenswichtigen Partner. Die notwendige Strukturreform im ORF, die dazu führen soll, an Bürokratie und Personal einzusparen, um langfristig mehr Mittel für qualitativ hochwertiges und interessantes Programm zur Verfügung zu haben, begrüßen wir. Die Ankündigung des ORF aus dem Film-Fernseh-Abkommen auszusteigen, sehen wir als eine Maßnahme die diesem Ziel und dem öffentlich rechtlichen Auftrag aber eindeutig widerspricht. Anders als öffentlich dargestellt, ist der ORF nicht ausschließlich Förderer des österreichischen Kinofilms, sondern er erwirbt auch Senderechte im Vorfeld der Produktionen. Der ORF erwirbt also auch die Ausstrahlungsrechte für österreichische Spiel- und Dokumentarfilme,- erhält Programm. Ausschließlich Filme, die den ORF unter den ihm eigenen Gesichtspunkten interessieren, werden von ihm mitfinanziert. Dazu muss gesagt werden, dass der ORF längst auch Teile seines Kerngeschäfts (Serien und Dokumentationen) durch Förderinstitutionen - also mit Steuergeldern - unterstützen lässt.

Sollte der ORF tatsächlich aus dem Film-Fernseh-Abkommen aussteigen wollen und damit Organisation und Redakteurs-Personal aber natürlich auch Mitspracherecht einsparen, so ist das eine ungewöhnliche aber zu akzeptierende Entscheidung eines Senders. Der öffentlich rechtliche Auftrag kann aber nicht einfach eingespart werden. Der österreichische Regieverband ADA fordert daher schon jetzt, dass für den Fall eines ORF-Ausstiegs aus dem Film-Förder-Abkommen, ein Prozentsatz (der mindestens dem derzeitigen Film-Fernsehabkommen entspricht) der Fernsehgebühren direkt an die österreichischen Filmförder-Institutionen ausgeschüttet wird. Ob dies aus dem GIS-Gebührenanteil, der derzeit an Bund und Länder geht, oder aus dem GIS-Gebührenanteil der an den ORF geht, abgezweigt wird, ist eine politische Frage, die die Politik beantworten muss. Wir würden, im Sinne des ORF aber auch im Sinne einer Kostenwahrheit nahelegen, dass dies aus jenem Anteil, der an Bund und Länder geht, abgezweigt wird. Ein ersatzloser Ausstieg des ORF aus dem Film-Förder-Abkommen ist nicht zu akzeptieren und kompromittiert die Filmförderpolitik, die die Regierung in letzter Zeit eingeschlagen hat. Nach den vielen großen Erfolgen der heimischen Filmwirtschaft hat die Politik endlich reagiert und Mittel aufgestockt. Wenn jetzt der ORF seine Mittel entzöge, wäre dies ein Plus-Minus-Spiel und eine Farce. Ein politisch unabhängiger ORF - das ist eine Forderung der wir uns vollinhaltlich anschließen. Ein parteipolitisch unabhängiges Fernsehen (personell und inhaltlich) sollte eine Selbstverständlichkeit und kein Diskussionsthema sein. In jedem Fall fordern wir den Staat als ORF-Eigentümer auf, einen ersatzlosen Ausstieg des ORF aus dem Film-Fernseh-Abkommen zu unterbinden. Denn das wäre auch ein Ausstieg aus seinem öffentlich-rechtlichen Auftrag.

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