11.300 Arbeitslose mehr: AKNÖ fordert dringende Maßnahmen

AKNÖ-Haneder: Anstieg auch in Niederösterreich bedenklich

Wien (OTS) - Wien (AKNÖ) - In Niederösterreich suchen 11.300 mehr Menschen Arbeit als vor einem Jahr. Das ist ein Plus von 32 Prozent. Besonders betroffen sind junge ArbeitnehmerInnen. Manche wollen die Entwicklung mit Hinweis auf die noch katastrophalere Entwicklung in Oberösterreich, Salzburg und Tirol herunterzuspielen. Ein Grund, sich zurückzulehnen, sei das nicht, warnt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder. "Forderungen, die wir seit Monaten erheben, sollten rasch umgesetzt werden".

Tourismus und Industrie leiden besonders deutlich unter der Wirtschaftskrise. Sie hängen stark von der Nachfrage aus dem Ausland ab. Auf Bundesländer, in denen diese Sektoren eine geringere Rolle spielen, hat sich die Krise - noch - nicht in diesem Maß ausgewirkt. Das trifft zum Teil auch auf Niederösterreich zu. "Verglichen mit Oberösterreich, Salzburg und Tirol mag der Anstieg für manche fast gering wirken. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen: Auch hier gibt es um 11.300 mehr Arbeitslose als vor einem Jahr. Das ist alarmierend", sagt AKNÖ-Vizepräsident Hermann Haneder.

"Besonders hart trifft es junge ArbeitnehmerInnen", analysiert AKNÖ-Expertin Claudia Tschernutter. "Die Zahl der 20 bis 24-Jährigen, die eine Arbeit suchen, ist um fast 50 Prozent gestiegen". Zurückzuführen sei das unter anderem darauf, dass der Anteil der 20-bis 24-Jährigen bei den LeiharbeiterInnen vergleichsweise hoch sei. "Und viele Firmen kündigen in der jetzigen Situation eher junge MitarbeiterInnen, die noch nicht so viel Erfahrung haben", sagt Tschernutter. "Was es für die 5.800 jungen Menschen bedeutet, keinen Arbeitsplatz zu haben, kann man sich vorstellen", sagt Haneder.

Mehr Maßnahmen gefordert

"Beschlossene Maßnahmen müssen schnell umgesetzt werden. Und es muss zusätzliche Hilfe gegen die steigende Arbeitslosigkeit geben", fordert Haneder. "Auch wenn einige Forderungen von ArbeitnehmerInnenvertretern umgesetzt wurden, gereicht hat es offensichtlich nicht. Viele unserer Forderungen wurden nicht aufgegriffen", sagt der AKNÖ-Vizepräsident. "Das Geld aus der Steuerreform muss schnell an die Menschen ausbezahlt werden, damit die Kaufkraft erhalten bleibt und vielleicht sogar steigt. Und es ist dringend an der Zeit, die finanzielle Lage der Arbeitslosen zu verbessern, damit die Arbeitslosigkeit nicht auch noch zu Armut führt". Haneder bekräftigt unter anderem seine Forderungen, das Arbeitslosengeld auf europäisches Niveau anzuheben und 500 Millionen Euro für sofort wirksame Kleinprojekte in den Gemeinden zur Verfügung zu stellen.

"Das sind Maßnahmen, die besser heute als morgen umgesetzt werden sollten. Und wir werden gerade jetzt mehr Druck auf die Verantwortlichen auf Bundes- und Landesebene ausüben. Wenn nicht die gesetzliche Vertretung der ArbeitnehmerInnen jetzt laut aufschreit, tut es niemand", sagt Haneder. "Das wichtigste ist, den Menschen jetzt Geld in die Hand zu geben, damit sie wieder etwas kaufen können".

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