Steindl und Pack: Kein Spielraum für willkürliche Auflösung des Lehrverhältnisses

Wer jetzt in Lehrlinge investiert, der ist für die Zukunft gerüstet

Wien (ÖVP-PK) - Trotz Krise bilden die österreichischen Unternehmen um 2000 Lehrlinge mehr aus als im Vergleichsmonat des Vorjahres. In Summe entwickeln sich derzeit 127.006 junge Menschen in Österreich zu gefragten und qualifizierten Facharbeitern. Und genau das ist der Grund, warum es von Seiten der Wirtschaft sicher zu keiner Kündigungswelle von Lehrlingen kommen wird. Darüber sind sich heute, Mittwoch, die ÖVP-Abgeordneten im Nationalrat Wirtschaftssprecher Konrad Steindl und Lehrlingssprecher Jochen Pack einig. ****

"Jeder Unternehmer weiß, wie wichtig ein gutes Ausbildungssystem für die gesuchten Facharbeiter ist. Wer jetzt in Lehrlinge investiert, der ist für die Zukunft gerüstet - auch in schwierigen Zeiten. Daher versucht auch jeder, sowohl seine Lehrlinge als auch sein Fachpersonal zu halten", so Steindl in Richtung ÖGB, der eine Streichung der außerordentlichen Lösung von Lehrverträgen im Lehrlingspaket fordert, obwohl die Gewerkschaft bei den Verhandlungen zum neuen Berufsausbildungsgesetzes im letzten Sommer maßgeblich mit am Tisch war und anschließend mitgestimmt hat.

"Es ist völlig kontraproduktiv und ohne konkreten Anlass, diese Verunsicherung der Lehrlinge und auch der Unternehmer hervorzurufen. Die Gewerkschaft sollte vielmehr bessere Informationsarbeit leisten, um auf die zahlreichen positiven Aspekte dieser Vereinbarung aufmerksam zu machen, anstatt durch diese Panikmache Lehrplätze zu gefährden", erklärt Pack. "So kann beispielsweise ein Betrieb bei besonderen Ausbildungserfolgen zusätzliche Förderungsmaßnahmen in Anspruch nehmen."

Das gemeinsam beschlossene Berufsausbildungsgesetz gibt ohnehin keinen Spielraum für eine willkürliche Auflösung des Lehrverhältnisses. Das Gesetz bot bereits bisher die Möglichkeit, bei besonderen Schwierigkeiten zwischen Lehrherr und Lehrling die Ausbildung abzubrechen. Dieses neue Maßnahmenpaket sieht neben einer umfassenden Ausbildungsgarantie und neu geregelten Lehrstellenförderungen auch eine außerordentliche Lösung von Lehrverträgen vor. Nur nach einem erfolglosen Mediationsverfahren durch einen Dritten kann eine Ausbildung zu bestimmten Zeiten beendet werden. "Seit 28.6.2008 wurden nur sechs Lehrverhältnisse bundesweit aufgelöst. In den meisten Fällen fanden Lehrherr und Lehrling im Mediationsverfahren zusammen", verweist Steindl, der selber seit 25 Jahren ständig rund 15 Lehrlinge in seinem Betrieb ausbildet, auf die Fakten.

Wichtig sei es vor allem, Hürden abzubauen, um den Unternehmern die Entscheidung zur Aufnahme von Lehrlingen zu erleichtern, berichten Steindl und Pack auch von Erfahrungswerten und aus Gesprächen mit Ausbildnern.

"Die Praxis zeigt auch, dass überbetriebliche staatliche Ausbildungssysteme zwar in Krisenzeiten helfen, aber eine praktische Ausbildung beim Betrieb nicht ersetzen können. Beste Gewähr für eine fachlich fundierte Ausbildung ist die Lehre im Betrieb. Regionale Ausbildungsverbünde in Kooperation mit den Unternehmern sind sehr erfolgreich und sollten daher unterstützt und gestärkt werden", geben Steindl und Pack abschließend konkrete Vorschläge ab, anstatt Unruhe zu verbreiten.
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