ÖH zum Tag des Praktikums: Genaue Definition und faire Bezahlung von Praktika gefordert

Nutzen von Praktika erhöhen, viele Probleme müssen gelöst werden

Wien (OTS) - Die Österreichische Hochschülerinnen- und Hochschülerschaft (ÖH) unterstreicht anlässlich des internationalen Tags des Praktikums die Notwendigkeit, die Probleme die rund um Praktika auftauchen, intensiv zu beleuchten. Samir Al-Mobayyed, Vorsitzender der ÖH Bundesvertretung zur aktuellen Situation: "Viele Studierende absolvieren während ihres Studiums Praktika, um sich später den Berufseinstieg zu erleichtern und nebenbei etwas Geld zu verdienen. Dabei kommt es oft zu einem Spannungsverhältnis zwischen den zwei wichtigsten Praktikumskriterien, nämlich einer angemessenen Entlohnung und der Möglichkeit, Arbeitserfahrung zu sammeln. Es liegt hier vor allem auch an den Arbeitgebern, ein angemessenes Entgelt zu bezahlen."

Vor allem aus arbeitsrechtlicher Sicht stehen viele Fragen offen. "Die Beschäftigungsform des Praktikums ist jedoch nicht klar definiert. Oft verstecken sich dahinter freie Dienstverträge. In anderen Fällen werden sogenannte Volontariate absolviert, die gar keine Bezahlung und auch keine sozialversicherungsrechtliche Absicherung nach sich ziehen. Es kommt auch fallweise vor, dass nicht einmal die verpflichtende Anmeldung zur Unfallversicherung vorgenommen wird. Gefordert ist daher neben einer genauen Definition eines Praktikums auch eine sozialversicherungsrechtliche Absicherung für Praktikantinnen und Praktikanten in allen Bereichen und Arbeitsverhältnissen.", erklärt der Studierendenvertreter.

Hochschulabsolventinnen und -absolventen mit Praktika abzuspeisen, ist aus Sicht der ÖH höchst problematisch. "Es darf nicht zum Usus werden, Absolventinnen und Absolventen von Hochschulen mit Billiglöhnen in Praktika abzuspeisen. Die ÖH ist schon seit Jänner in diesem Bereich aktiv und veranstaltet Praktikantencafés gemeinsam mit dem Verein "Generation Praktikum". Es muss hier verstärkt zu einer Bewusstseinsbildung auch unter den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern kommen," fordert Al-Mobayyed.

Die ÖH betont auch die Notwendigkeit eines sozialpartnerschaftlichen Dialogs im Bereich der Praktika. "Wir werden uns mit Arbeitnehmer-und Arbeitgeberverbänden an einen Tisch setzen und darüber beraten, wie wir die Situation der Praktikantinnen und Praktikanten ehestmöglich verbessern können.", so der ÖH Vorsitzende abschließend.

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