Kaske: Zeitarbeitsfirmen müssen Beitrag für Arbeitsstiftung leisten

Bund, Länder und Gemeinden sollen Beschäftigungsmöglichkeiten prüfen

Wien (vida/ÖGB) - "Angesichts des starken Anstiegs der Arbeitslosigkeit sind dringend weitere Maßnahmen nötig - zur Schaffung von Beschäftigung, aber auch zur Absicherung der Menschen in Arbeitslosigkeit", sagt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske zu den heute veröffentlichten Arbeitslosenzahlen für den März. In Österreich waren im März 271.127 Menschen arbeitslos, das entspricht einen Anstieg um 28,8 Prozent gegenüber dem März des Vorjahres. Besonders stark betroffen sind abermals die ZeitarbeiterInnen mit einem Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber März 2008 um 47 Prozent.++++

"Die Zeitarbeitsfirmen haben in den Zeiten der Hochkonjunktur sehr gut verdient, sie müssen nun endlich Geld für die Arbeitsstiftung für ZeitarbeiterInnen zur Verfügung stellen", fordert Kaske.

Nach der Koppelung der Kurzarbeit mit der Möglichkeit der Weiterqualifizierung müsse durch eine Ausweitung der Bildungskarenz weiteren ArbeitnehmerInnen die Fortbildung in der Krise erleichtert werden, so Kaske weiter.

"Nach dem jahrelangen Personalabbau im öffentlichen Dienst während der ÖVP/FPÖ/BZÖ-Regierung muss aber auch der öffentliche Bereich ernsthaft prüfen, ob es nicht mehr Beschäftigungsmöglichkeiten gibt", so Kaske. Das gelte neben dem Bund auch für die Länder und Gemeinden. "Von öffentlichen Dienstleistungen profitiert schließlich die gesamte Gesellschaft", so der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher. Gerade jetzt sei es auch an der Zeit, in Zukunftsbranchen zu investieren. "Der Gesundheits- und Sozialbereich ist so eine Branche", so Kaske, "weitere Zukunftsbranchen werden sich auftun, wenn Politik und Wirtschaft mehr Zeit und Geld in die Erforschung zukunftsträchtiger Bereiche investieren."

Auf globaler Ebene sei es "neben dem notwendigen Schritt der Regulierung der Finanzmärkte" nötig, dass es auch eine internationale Koordination der Konjunkturpakete gäbe: "Bei diesen muss die Schaffung von Beschäftigung Vorrang haben."

Arbeitslosengeld erhöhen - bedarfsorientierte Mindestsicherung rasch umsetzen

"Wer schnell hilft, hilft doppelt. Deshalb ist es nötig, dass das Arbeitslosengeld erhöht und die bedarfsorientierte Mindestsicherung ohne weitere Verzögerung eingeführt wird", sagt Kaske. Der ÖGB-Arbeitsmarktsprecher fordert eine Anhebung der Nettoersatzrate beim Arbeitslosengeld von derzeit 55 auf mindestens 60 Prozent des vorhergehenden Einkommens.

SERVICE:
Die Gewerkschaften GMTN, vida, GPA-djp, GdC und GBH haben eine Kampagne zur Einrichtung einer Arbeitsstiftung für ZeitarbeitnehmerInnen gestartet. Mehr dazu und die Möglichkeit, die Forderungen der Gewerkschaft online zu unterstützen finden Sie auf www.gmtn.at

ÖGB, 1. April 2009 Nr. 184

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