VSStÖ: Kollektivvertragliche Entlohnung für Praktika

Studieren und Arbeiten ist Realität der Studierenden - Erfahrungen mit Praktika auf www.meinpraktikum.at

Wien (SK) - Neben dem Studium zu arbeiten, um sich Wohnen, Lernmaterialien und Essen leisten zu können, gehört zur Lebensrealität der Studierenden. Die Studierendensozialerhebung 2006 zeigt, dass über 80 Prozent der Studierenden neben ihrem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen, um über die Runden zu kommen. "Die meisten Studierenden begeben sich in so genannte 'atypische' Beschäftigungsverhältnisse; sie arbeiten als Teilzeitangestellte, mit Werkverträgen, in befristeten Dienstverhältnissen oder als LeiharbeiterInnen", erklärt Sophie Wollner, VSStÖ-Spitzenkandidatin. "Diese Arbeitsbedingungen beinhalten meist keine soziale Absicherung, sind extrem instabil und beuten Studierende aus". ****

Um neben dem Studium dann auch noch Berufserfahrung zu sammeln, beginnen Studierende Praktika. Diese sind oft durch den Studienplan verpflichtend vorgesehen, dadurch befinden sich Studierende in einer Zwangssituation und müssen oft unter- oder unbezahlt arbeiten. "Für viele Unternehmen sind PraktikantInnen häufig billige Arbeitskräfte, und so dehnen sie die Praktika oft auf über drei Monate aus. Bezahlt wird - wenn überhaupt - extrem unter dem üblichen kollektivvertraglich geregelten Gehalt. Berufserfahrung wird durch die Tätigkeiten vieler PraktikantInnen, die oft nicht über Akten sortieren oder Kaffe kochen hinausgehen, wohl wenig gesammelt", kritisiert Wollner.

Während der letzten Tagen führte der VSStÖ im Rahmen der Initiative "Und wo sammelst du Berufserfahrung?" Aktionen an verschiedenen Unistandorten durch, um auf genau diese prekären Verhältnisse von Studierenden hinzuweisen; weiters wurde eine Homepage eingerichtet, auf der Studierende über ihre Erfahrung mit Praktika schreiben können.

"Die Initiative läuft sehr gut, viele Studierende partizipieren an den Aktionen oder tragen sich auf der Homepage www.meinpraktikum.at ein", so Wollner.

In der ÖH soll gemeinsam mit ExpertInnen der ArbeitnehmerInnenvertretung und bestehenden Initiativen ein "Code of Conduct" ausgearbeitet werden. Mindeststandards in den Bereichen Entlohnung, angemessenes Jobprofil, Arbeitszeiten, Einbindung in den Unternehmensalltag sollen garantieren, dass Unternehmen ihre PraktikantInnen nicht ausnutzen. (Schluss) mb/mp

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