Bures: Bis Ende 2009 sind die 56 gefährlichsten Eisenbahnkreuzungen entschärft

Schwerpunkt Bahnsicherheit im neuen ÖBB-Rahmenplan

Wien (BMVIT) - Die Investitionsoffensive für Schiene und Straße passierte gestern den Ministerrat. Infrastrukturministerin Doris Bures legt im Paket auch einen wichtigen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Bahnsicherheit. Durch Konjunkturpaket und Rahmenplan sowie die Sicherung der 56 "Hot spots" werden beginnend mit 2009 rund hundert Eisenbahnkreuzungen in Österreich entschärft. Bures sieht es als klaren Handlungsauftrag, gemeinsam mit den ÖBB, Ländern und Gemeinden Eisenbahnkreuzungen noch sicherer zu machen, denn: "Jeder Unfall ist einer zu viel." Daher wird sie das Sicherheitsprogramm für Eisenbahnkreuzungen im Jahr 2009 "intensiv weiterführen". ****

Bis dato wurden 25 der gefährlichsten Kreuzungen nachgerüstet, im Laufe des Jahres 2009 werden weitere 31 Kreuzungen mit besonderer Unfallhäufigkeit (sogenannte "Hot spot"-Kreuzungen mit drei oder mehr Zusammenstößen in den letzten fünf Jahren bzw. Todesopfern in den letzten zwei Jahren) mit Schranken, Signalanlagen, Sichtverbesserungen oder neuen Bodenmarkierungen und Andreaskreuzen bzw. durch Über- oder Unterführungen abgesichert. Damit werden bis Jahresende 2009 alle 56 als "Hot spot" eingestuften Eisenbahnkreuzungen entschärft sein.

Konkret werden im Jahr 2009 13 Kreuzungen mit Schranken versehen, 12 mit dem ISIS-Wechselverkehrszeichen (LED-Anzeigen und in die Straßendecke integrierte Markierungslichter, sogenannte "Lane-lights"), bei drei werden zusätzliche Signale und Fahrbahnteiler errichtet, bei einer eine Rotlichtüberwachungskamera, zwei Kreuzungen werden aufgelassen bzw. unterführt.

Außerdem werden bis Mitte 2009 bei 600 weiteren Kreuzungen spezielle weiße Bodenmarkierungen und neue, besser sichtbare Andreaskreuze angebracht. Auf diese Art wurden bisher bereits 1.400 Kreuzungen umgerüstet, bis Jahresmitte werden damit alle 2.000 Kreuzungen von Schiene und öffentlicher Straße, die derzeit keine technische Sicherung haben, jedenfalls mit diesen neuen Bodenmarkierungen und neuen Andreaskreuzen versehen sein.

Verkehrsministerin Doris Bures betont: "Wir unternehmen alles, um mit neuen Schranken, Signalanlagen, Bodenmarkierungen und hunderten neuen, besser sichtbaren Warnschildern die Eisenbahnkreuzungen sicherer zu machen. Es geht darum, die Aufmerksamkeit der Autofahrer zu steigern. Denn die meisten Unfälle bei Kreuzungen passieren durch Unachtsamkeit. Das Wichtigste ist also nach wie vor, Vorsicht walten zu lassen."

Wichtig ist für die Verkehrsministerin die Zusammenarbeit mit den ÖBB, Ländern und Gemeinden, weil die Sicherung von Eisenbahnkreuzungen immer eine gemeinsame Aufgabe vom Bahnbetreiber und dem Straßenerhalter ist. Die meisten Kreuzungen liegen an Landes-oder Gemeindestraßen. Auch sind die Länder auf den Nebenbahnen die zuständige Eisenbahnbehörde, die alle Maßnahmen auf Eisenbahnkreuzungen zu genehmigen hat. Bund, ÖBB, Länder und Gemeinden investieren jährlich 25 Mio. Euro in die Sicherheit von Bahnübergängen. Bund und ÖBB tragen dabei 75 Prozent der Gesamtkosten. Dazu kommen aus dem Konjunkturpaket für die Jahre 2009 bis 2012 weitere 40 Mio. Euro.

Im internationalen Vergleich weist Österreich eine hohe Zahl an Eisenbahnkreuzungen auf. Zwar wurde die Anzahl von 10.700 im Jahr 1960 bis Ende 2008 auf rund 5.555 gesenkt, trotzdem gibt es nach wie vor im Gesamtnetz der ÖBB durchschnittlich pro Kilometer einen Bahnübergang, dabei werden Hauptbahnen (z.B. West- oder Südbahn) durchschnittlich alle 2 Kilometer von einer Straße gekreuzt, Nebenbahnen sogar alle 565 Meter. Der europäische Durchschnitt liegt bei rund 2 Kilometern. Ein Ziel ist es, die Gesamtzahl an Einsenbahnkreuzungen weiter zu reduzieren. (Schluss)

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