Bilanzbuchhalter dürfen keine Bilanzen machen

Steuerreform, Reform auch für Bilanzbuchhalter notwendig

Wien (OTS) - Die Steuersätze für Unselbständige wurden angepasst. Auch Selbständige erhalten Gleichstellungen.

Leider nicht angepasst wurden antiquierte Berufsbeschränkungen der selbständigen Bilanzbuchhalter. Diese dürfen, trotz ihres eindeutigen Namens, Bilanzen nur für Unternehmen erstellen, deren Umsatz kleiner als Euro 363.364,17 ist. Dieser unverständliche, noch aus der "Schillingzeit" stammende Betrag wurde bisher nicht angepasst.

Die Bilanzierungsgrenze muss ersatzlos fallen!

Häufiges Beispiel: Ein Bilanzbuchhalter betreut eine kleine Personengesellschaft. Durch das erfolgreiche Zusammenwirken zwischen dem Unternehmen und dem Bilanzbuchhalter entwickelte sich dieses Unternehmen erfolgreich - trotz und oft auch gerade in ökonomisch schwierigen Zeiten.

Der Umsatz übersteigt nunmehr zum zweiten Mal die Grenze von Euro 363,364,14. Der Bilanzbuchhalter steht nunmehr vor folgender Wahl:

1. Er erstellt die Bilanzen für das Unternehmen weiterhin - das wäre illegal. 2. Er tritt das Unternehmen zur Bilanzierung z.B. an einen Steuerberater ab und verliert einen guten Klienten. Das ist nachteilig für den Bilanzbuchhalter, weil er einen Kunden verliert. Das ist aber auch nachteilig für das Unternehmen, weil dieses den vertrauten Berater verliert und sich sein Nachfolger erst einarbeiten muss. Viel in der vergangenen Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Bilanzbuchhalter erworbenes Wissen und Vertrauen geht dadurch verloren.

"Diese Nachteile könnten leicht durch die Beseitigung der Bilanzierungsgrenzen für Bilanzbuchhalter beseitigt werden", erklären Wilhelm Budai und Walter Rosenauer, Präsident und Vizepräsident des Bundesverbands des österreichischen Bilanzbuchhalters. "Das ist im Interesse von mehr als 2.500 Selbständigen Bilanzbuchhalterinnen und Bilanzbuchhaltern und vor allem auch von Vorteil für mehr als 300.000 kleine und mittlere Unternehmen".

Als Angestellte dürfen Bilanzbuchhalter seit jeher auch Bilanzen in Milliardenhöhe erstellen. "Was wir als Unselbständige machen müssen, wollen wir auch als Selbständige tun dürfen", stimmen Budai und Rosenauer überein.

Selbständige Bilanzbuchhalter müssen vor ihrer Bestellung drei Jahre Praxis und eine strenge schriftliche und mündliche Fachprüfung absolviert haben. Diese Bilanzbuchhalterprüfung umfasst unter anderem: Bilanzierung ohne Grenzen, Buchhaltung, Personalverrechnung, Kostenrechnung, Steuerrecht, Unternehmensrecht und Unternehmensführung. Die jährliche und verpflichtende fachliche Fortbildung, sowie eine Berufshaftpflichtversicherung garantieren Sicherheit für die Kunden, die ihr Rechnungswesen dem ausgewiesenen Fachmann anvertrauen.

Aufgrund dieser umfassenden Ausbildung sind Bilanzbuchhalter nicht nur bestens qualifiziert für alle Buchhaltungs- und Bilanzierungsarbeiten, sondern auch zu Vertretungshandlungen berechtigt. "Auch diese Vertretungsrechte sollten im Interesse der Kunden und der Finanzverwaltung erweitert werden", stellen Budai und Rosenauer fest. "Mühelos könnte so das gut funktionierende EDV-System "FinanzOnline" weiter ausgebaut und verstärkt genutzt werden. Dies würde auch zu nicht unwesentlichen Verwaltungseinsparungen führen."

Erweiterungen der Rechte der Bilanzbuchhalter sind daher im Interesse der Bilanzbuchhalter, der Kunden der Bilanzbuchhalter und der gesamten österreichischen Finanzverwaltung.

Rückfragen & Kontakt:

Wilhelm Budai, Tel.: 01/203 31 44, E-Mail: boeb@chello.at
Walter Rosenauer, Tel.: 0676/4641415, E-Mail: r@senauer.at
www.boeb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0002