Kirche mahnt: Entwicklungsländer nicht im Stich lassen

Koordinierungsstelle der Bischofskonferenz (KOO) fordert dringend Aufstockung der staatlichen Mittel zur Entwicklungszusammenarbeit -Bischof Schwarz: "Keine Zeit mehr verlieren"

Wien, 31.3.09 (KAP) Die "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO) fordert dringend eine Aufstockung der staatlichen Mittel für Entwicklungszusammenarbeit als Überlebenshilfe in der Krise. Die Entwicklungsländer dürften gerade jetzt in Zeiten der Krise nicht im Stich gelassen werden, so KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl am Dienstag in einer Presseaussendung.

Hödl wies auf die massiven Auswirkungen der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise auf die armen Länder hin, die unter dem Rückgang ausländischer Investitionen, fehlenden Rücküberweisungen von Migranten und einem schrumpfenden Handel leiden. Gleichzeitig würden Entwicklungsländern etwa eine Billion US-Dollar an Steuereinnahmen durch Steuerflucht und Verrechnungspraktiken internationaler Konzerne entzogen.

Hödl: "Entwicklungsländern fehlt das Geld für Konjunkturpakete oder Sozialleistungen. Die Menschen stehen vor der Frage, wie sie ihre Familien ernähren sollen, ob sie die Kinder zur Schule schicken können, ob es Medikamente gibt". Das seien Fragen des Überlebens und der Zukunft, für die eine ausreichende Entwicklungshilfe ganz entscheidend sei.

Hödl äußerte sich anlässlich der Mitteilung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) vom Montag, wonach alle im OECD-Entwicklungsausschuss ("Development Assistance Committee" DAC) vertretenen EU-Staaten außer Österreich 2008 die Entwicklungshilfe gesteigert hätten.

Der Rückgang von Österreichs Entwicklungshilfe-Leistungen 2008 ist "ein beschämendes Zeichen langjähriger Versäumnisse", so Hödl. Die KOO habe seit Jahren oft darauf gedrängt, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, um den Rückgang der Entschuldungen durch frisches Geld für Armutsbekämpfung aufzufangen.

Auch der KOO-Vorsitzende und zuständige Bischof in der Österreichischen Bischofskonferenz, Ludwig Schwarz, zeigte sich am Dienstag besorgt über die Budgets 2009 und 2010, da kein Spielraum für Aufstockungen vorgesehen sei. "Jetzt darf man keine Zeit mehr verlieren: Die österreichische Regierung muss endlich konkrete Pläne für die Erhöhung der Entwicklungszusammenarbeit machen, damit wir das lange versprochene Ziel von 0,7 Prozent bis 2015 erreichen können", appellierte Schwarz an die Bundesregierung. (forts.mgl.)
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