ÖGV gegen populistische Eingriffe in Privatunternehmen

Großzügiger Kündigungsschutz ebenso kontraproduktiv wie Gehaltslimits für Manager

Wien (OTS) - Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV) spricht sich abermals entschieden gegen übermäßige Beschränkungen der Arbeitsvertragsgestaltung bei freien Unternehmen aus. "Der aktuelle Vorschlag der Gewerkschaft, den absoluten Kündigungsschutz bei Lehrlingen wieder einzuführen, würde ebenso kontraproduktive Folgen haben wie jede legistisch verankerte Deckelung von Managergehältern", so der Generalsekretär des ÖGV, Mag.(FH) Stephan Blahut. Gerade in Zeiten der Krise liege es im Interesse aller Unternehmer, die besten Köpfe zu finden, sie im Betrieb zu halten und ihnen eine faire Entlohnung zu gewährleisten. Gleichzeitig müsse es immer möglich bleiben, punktuell den Gürtel enger zu schnallen, um den Fortbestand der Unternehmen zu sichern. Deren Auftragslage werde nämlich von der freien Konkurrenzwirtschaft und nicht durch gesetzliche Auftragsgarantien bestimmt.

Den unternehmerischen Spielraum mit exzessivem Kündigungsschutz für Lehrlinge, Ältere oder Behinderte einengen zu wollen, geht zu Lasten jener, die vorgeblich geschützt werden sollen. Viele Unternehmen suchen jetzt neue Lehrlinge und finden keine geeigneten Kandidaten. "Wir schlagen uns mit Abgängern aus Haupt- und polytechnischen Schulen herum, die nicht einmal die Bildungsstandards der Volksschule erfüllen. Es ist einem Lehrbetrieb nicht zuzumuten, diesen Jugendlichen eine erhöhte Aufmerksamkeit zur Auffüllung ihrer Bildungslücken zukommen zu lassen; in Zeiten der Krise ist das noch weniger möglich. Gleichzeitig versperrt ein harter Kündigungsschutz gerade den Schwächsten den Weg in den Arbeitsmarkt", erklärt Blahut. Die Unternehmen können sich dem Risiko, eine unkündbare "Niete" aufzunehmen, nicht aussetzen. Gleiches gelte für ältere und behinderte Arbeitnehmer, die von vielen Jobangeboten ausgeschlossen bleiben, da die Schutzmechanismen potenzielle Arbeitgeber abschrecken.

Der ÖGV verwehre sich ebenso entschieden gegen jede gesetzliche Gehaltsdeckelung in den Führungsebenen der privaten Betriebe. "Wir brauchen die besten Köpfe und diese müssen wir marktgerecht bezahlen. Denn unsere Manager agieren auf einem weltweiten Arbeitsmarkt", beschreibt Blahut die aktuelle Situation. "Wenn wir uns in Österreich einschränken, verlieren wir die Top-Leute." Wenn der Staat glaube, dies in den eigenen Unternehmen genau regeln zu müssen, könne er das ebenso tun wie er seine Garantien an harte Bedingungen knüpfe. Doch sei das allgemeine Manager-Bashing, das aufgrund von wenigen spektakulären Fälle in den USA einen ganzen Berufsstand verunglimpfe, nicht hinnehmbar. "Wir haben gute und ehrliche Manager, die am langfristigen Bestand der Unternehmen interessiert sind. Diese lassen wir uns von populistischen Glücksrittern nicht vertreiben", bricht Blahut eine Lanze für autarke Führungsetagen österreichischer Unternehmen.

Zwtl. Der Österreichische Gewerbeverein (ÖGV)

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