Wehsely/Oxonitsch: Alkoholprävention muss frühestmöglich ansetzen

DVD "BilderRausch" dient als Diskussionsgrundlage für pädagogischen Einsatz

Wien (OTS) - Sieben Kurzfilme sind das Ergebnis einer persönlichen Auseinandersetzung von hundert Jugendlichen mit dem Thema "Jugend und Alkohol". Zwischen fünf und vierzehn Minuten lang erzählen sie sehr persönliche, berührende und fantasievolle Geschichten. Die Jugendlichen haben alle Filme auf der DVD "BilderRausch" vor und hinter der Kamera selbst produziert, von der inhaltlichen Abwicklung bis zum Bildschnitt. MedienpädagogInnen haben die Jugendlichen begleitet. Dabei war es wichtig, mit den Jugendlichen risikoreiche Situationen kreativ zu erarbeiten und durchzuspielen und kritisches Bewusstsein zu fördern. Die Jugendlichen sollten durch eigene Ideen und Ansätze Risikokompetenz in Bezug auf Alkohol erwerben. Aber: Bei keinem der Filme wurde Alkohol konsumiert. Das Projekt wurde vom Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien, dem Fonds Soziales Wien, dem wienXtra-medienzentrum und dem Fonds Gesundes Österreich unterstützt. Ab sofort werden die DVDs an pädagogische Einrichtungen - etwa Schulen und Jugendzentren -verschickt, wo sie in der Folge zum Einsatz kommen werden. Im beiliegenden Booklet gibt es verschiedenste Vorschläge zum pädagogischen Einsatz, die DVD dient dabei als Grundlage für Diskussionen.****

"Nachhaltige Sucht- und Drogenpolitik setzt einen klaren Schwerpunkt auf Prävention. Suchtprävention beginnt aber nicht erst bei Jugendlichen, Suchtprävention beginnt frühestmöglich zuhause", erklärte die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely am Dienstag bei der Präsentation. "Wer seinen Kindern vorlebt, dass das allabendliche Bier oder das Glas Wein zuhause selbstverständlich ist, kann nicht erwarten, dass die Kinder später im Umgang mit Alkohol vorsichtig und vernünftig agieren", so der neu gewählte Stadtrat für Jugend, Bildung, Information und Sport, Christian Oxonitsch.

Alkoholkonsum von Jugendlichen in Österreich

Fünf Prozent der österreichischen Bevölkerung ab 14 Jahren sind alkoholkrank, rund elf Prozent konsumieren Alkohol in einem problematischen Ausmaß. Nur 31 Prozent leben abstinent oder fast abstinent.

Für Jugendliche wird Alkohol meist mit der Pubertät interessant, einer Phase des Ausprobierens und Experimentierens. Gerade zwischen 14 und 15 Jahren suchen Jugendliche Grenzerfahrungen, um persönliche Risiko- und Entscheidungskompetenz zu entwickeln. Für erwachsene Bezugspersonen ist diese Phase des Experimentierens manchmal nicht nachvollziehbar und schwer auszuhalten. "Im Alter zwischen 16 und 18 Jahren geht es stärker um die Abgrenzung, aber auch darum, als erwachsen wahrgenommen werden. Da in diesem Alter die Meinung im Freundeskreis wichtiger als die Meinung der Eltern ist, muss die Entwicklung von Eigenverantwortung beim Alkoholkonsum im Vordergrund stehen", betont Michael Dressel, Wiener Sucht- und Drogenkoordinator.

Alkoholkonsum nicht früher, aber früher regelmäßig

Das Alter, mit dem Jugendliche ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol machen, ist seit vierzig Jahren gleich geblieben und liegt um das 13. Lebensjahr. Weitere Forschungsergebnisse zeigen allerdings, dass Jugendliche heutzutage früher regelmäßig Alkohol konsumieren. Sie passen sich früher den Konsumgewohnheiten Erwachsener an. Das ist sowohl bei Mädchen als auch bei Burschen beobachtbar.

Für erwachsene Bezugspersonen von Jugendlichen ist es wichtig, die aktuelle Situation der oder des Jugendlichen realistisch einzuschätzen: Handelt es sich beim übermäßigen Alkoholkonsum um ein Ausprobieren der eigenen Grenzen, um einen einmaligen Alkoholrausch? Oder handelt es sich um Gefährdung, um schädlichen Gebrauch, der für tiefer liegende Probleme spricht und Hilfe bedarf? Einen guten Überblick über Beratungs- und Betreuungsangebote bietet die Homepage der Sucht- und Drogenkoordination Wien http://www.drogenhilfe.at.

Interessierte können die DVD beim Institut für Suchtprävention der Sucht- und Drogenkoordination Wien unter der Telefonnummer 01/ 4000 87320 bzw. bei der E-Mail-Adresse
isp@sd-wien.at bestellen. (Schluss) me

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