Wiener Wirtschaft erwartet Besserung für 2010

Umfrage unter Wiens Betrieben: Wien weniger betroffen als Rest-Österreich - Krise in den Augen der Unternehmer durch fahrlässiges Verhalten einzelner verschuldet

Wien (OTS) - Wien, 31. März 2009 - Für das Jahr 2009 erwarten die Wiener Unternehmen noch mehrheitlich einen ungünstigen Konjunkturverlauf, 2010 soll es besser werden. Wie aus einer von Euro Search im Auftrag der Wirtschaftskammer Wien in den letzten Tagen durchgeführten Umfrage unter Wiens Betrieben hervorgeht, sehen die Unternehmen nach einem schwierigen Jahr 2009 das Jahr 2010 durchaus zuversichtlich. Für das erste Halbjahr 2010 erwarten 62 Prozent der Unternehmen eine gleichbleibende oder bessere Entwicklung, für das zweite Halbjahr 2010 sind es sogar 79 Prozent. "Die Wiener Betriebe sehen Licht am Ende des Tunnels", sagt Wirtschaftskammer Wien-Präsidentin Brigitte Jank und fordert die Politik auf, die bereits beschlossenen Konjunkturpakete rasch umzusetzen, um der Wirtschaft neuen Schwung zu geben. "Und die Politik muss für zusätzliche Maßnahmen offen sein, sollten diese notwendig werden", so Jank.****

Fahrlässiges Verhalten einzelner

Für 89 Prozent der Befragten ist laut der Umfrage klar, dass die aktuelle Wirtschaftslage durch das fahrlässige Verhalten einzelner herbeigeführt worden ist. Fast ebenso viele sind aber auch der Ansicht, dass die Konsequenzen für die einzelnen Branchen unterschiedlich sind. Die eigene Branche sieht nur jeder fünfte direkt betroffen, beim eigenen Unternehmen ist es jeder vierte. Jene, die Auswirkungen auf ihren eigenen Betrieb sehen, berichten vor allem über eine schlechter werdende Auftragslage und Zahlungsausfälle. Zudem geben sie an, das Zurückstellen notwendiger Investitionen zu spüren. Jeder zweite Wiener Betrieb sieht sich von der aktuellen Wirtschaftslage kaum oder gar nicht tangiert.

Einen markanten Unterschied gibt es auch bei der Einschätzung der Auswirkungen auf den Wiener Wirtschaftsraum. Während 28 Prozent den Wirtschaftsstandort Österreich direkt betroffen sehen, sind es in Bezug auf Wien nur 17 Prozent.

Zuspruch für wirtschaftspolitische Maßnahmen

Einen deutlichen Zuspruch der Betriebe gibt es für die bereits ergriffenen wirtschaftspolitischen Maßnahmen. In der Ausweitung der Möglichkeiten bei der Kurzarbeit sehen 90 Prozent eine Hilfe. Den leichteren Zugang zu Kleinkrediten bewerten 88 Prozent positiv. Bei Branchenförderungen wie zum Beispiel in der Automobilindustrie und beim Bankenhilfspaket sind über 60 Prozent von einer Wirkung überzeugt.

Steuererleichterungen wie die befristete Senkung der Körperschaftssteuer und höhere Freibeträge für Investitionen stehen laut der Umfrage aber weiterhin auf der Wunschliste der Unternehmen, ebenso wie höhere Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung, vertrauensbildende Maßnahmen in das Bankensystem, das Untersagen von Leerverkäufen im Aktienbereich, die Wiederbelebung des Wechsels als Finanzierungsmechanismus, das Erschweren von Spekulationen, eine Aufwertung der Finanzaufsicht, strengere Kontrollen von risikoreichen Geschäften und insgesamt neue Strukturen für das Finanzsystem. Für Jank ist daher klar, dass bei diesen Themen das letzte Wort noch nicht gesprochen ist. "Wesentlichste Herausforderung für alle westlichen Volkswirtschaften wird sein, sich von Nationalökonomien zu einer Globalökonomien zu entwickeln und das Festlegen gemeinsame Spielregeln voranzutreiben", sagt Jank.

Betriebe stehen zu Mitarbeitern und Preispolitik

Ein großer Teil der Wiener Betriebe hat auf die veränderte Wirtschaftslage laut Umfrage bereits reagiert und konkret Maßnahmen eingeleitet. Mehr als jeder Dritte hat die Kundenakquisition verstärkt, sein Rechungs- und Mahnwesen optimiert, aber auch Investitionen zurückgestellt. Besonders auffällig: Weder an den Preisen noch am Mitarbeiterstand will die Mehrheit der Betriebe etwas ändern. So sind bei 62 Prozent keine außergewöhnlichen Preisnachlässe geplant, um den Absatz in Schwung zu halten, 77 Prozent denken nicht an Mitarbeiterabbau. "An dieser verhältnismäßig guten Stimmung muss nun weiter gearbeitet werden, denn 50 Prozent des wirtschaftlichen Erfolges beruhen auf Stimmung und Vertrauen - in guten wie in weniger guten Zeiten", sagt Jank.

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