MA 22: Frühlingszeit ist Wanderzeit für die Wiener Kröten

Viele Schutzmaßnahmen und eigener Tunnel für die Amphibien in Wien

Wien (OTS) - Auch wenn der Frühling heuer auf sich warten lässt:
Nun steigen die Temperaturen in Wien und damit erwachen auch die Erdkröten aus ihrem Winterschlaf. Zu Tausenden wandern sie von ihren Winterquartieren zu den Tümpeln und Teichen, wo sie geboren wurden, um dort ihren Laich abzulegen. So mancher Weg dorthin führt aber über stark befahrene Straßen.

Die Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22), das Forstamt der Stadt Wien (MA 49), die Wiener Gewässer (MA 45), Tierschutzorganisationen und freiwillige HelferInnen wie z. B. die Wiener Naturwacht sorgen seit vielen Jahren gemeinsam dafür, dass die Kröten auf ihrem Weg zum Laichen nicht "unter die Räder" kommen.

Kröten wandern von Mitte März bis April

Die Krötenwanderung beginnt jedes Jahr meist Mitte März und dauert bis in den April hinein. Ausgelöst wird sie von Regen und Außentemperaturen von über zehn Grad Celsius. Den Winter haben die Tiere unter welkem Laub, alten Baumstämmen oder größeren Steinen verbracht. Bevor sie die Ufer ihrer Tümpel erreicht haben, waren manche bereits bis zu zwei Kilometer unterwegs. Am mühsamsten ist der lange Marsch für die Krötenweibchen. Denn richtige Krötenmänner kennen keine Emanzipation und lassen sich von ihren Damen auf dem Rücken tragen.

Am Teich angekommen, legen die Weibchen ihre bereits befruchteten Eier in Schnüren im Wasser ab. Später schlüpfen daraus die Kaulquappen. Aus den Kaulquappen entwickeln sich die Jungtiere zu einer Größe von ein bis zwei Zentimetern. Ende Juni/Anfang Juli verlassen die kleinen Kröten das Wasser. Im Oktober ziehen sie sich, bereits ausgewachsen, in ihre Winterquartiere zurück.

Wanderstrecken in Wien

In Wien wandern die Kröten hauptsächlich an folgenden Strecken:

o 2. Bezirk: Prater (Aspernallee) o 14. Bezirk: Rosentalgasse, Amundsenstraße (im Bereich Schottenhof), Mauerbachstraße (im Bereich Schloss Laudon), Sofienalpenstraße (Nähe Adalbert-Stifter-Denkmal) o 17. Bezirk: Exelbergstraße (Bereich Schwarzenbergpark) o 21. Bezirk: Senderstraße (Bisamberg)

Tunnel, Schutzzäune und Warnschilder für gefahrenlose Krötenwanderungen

Viele der Wanderstrecken werden mit Zaun-Kübel-Anlagen gesichert. Bei dieser arbeitsintensiven Methode halten Zäune die Kröten von der Straße fern. Entlang der Zäune sind immer wieder Kübel im Boden versenkt. Dort plumpsen die Kröten hinein und warten darauf, sicher über die Straße getragen zu werden. Die freiwilligen Helferinnen und Helfer verbringen dabei oft viele Stunden an den Wanderstrecken.

Verkehrsschilder mit dem Abbild einer großen, schwarzen Kröte oder einem Frosch in der Mitte machen die AutofahrerInnen in Wien auf die Krötenwanderungen aufmerksam. Vorsichtig und langsam fahren, lautet dann die Devise!

MA 22: Neuer Amphibientunnel im Prater angelegt

Die Wiener Umweltschutzabteilung ist seit vielen Jahren in mehreren Projekten für den Schutz der Amphibien aktiv. Gemeinsam mit Wien Energie Gasnetz hat die Wiener Umweltschutzabteilung im vergangenen Jahr notwendige Erneuerungsarbeiten im Gasnetz zum Anlass genommen, einen neuen Amphibientunnel in der Aspernallee errichten zu lassen.

An Stelle der beiden alten Durchlässe wurden drei Tunnel nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen errichtet. Die Kosten dafür wurden von den beiden ProjektpartnerInnen MA 22 und Wien Energie Gasnetz gemeinsam getragen. Fachliche Unterstützung erhielten sie von der Universität für Bodenkultur und Mitgliedern der Wiener Naturwacht, die seit vielen Jahren mithelfen, die Kröten bei ihrer Wanderung zu schützen.

Die Kröte - eine natürliche Schädlingsbekämpferin

Wissenschaftlich korrekt wird die Erdkröte "Bufo bufo" genannt. Sie ist warzig, plump und sehr kräftig gebaut. Ihre Körperoberseite ist meist einheitlich grau-braun gefärbt, die Bauchseite zeigt sich deutlich heller. Voll ausgewachsen, erreichen die Weibchen eine Körperlänge von bis zu 15 Zentimetern, die Männchen sind nur halb so groß.

Die Kröte kämpft mit ihrem Image, viele Menschen halten sie für kein besonders schönes Tier. Dabei sind Kröten hervorragende Schädlingsbekämpfer im Garten. Erdkröten ernähren sich von Würmern, Schnecken, Asseln, Spinnen und Insekten, die sie auf ihren nächtlichen Streifzügen erbeuten. Nicht zuletzt sind Kröten ein Teil jener vielfältigen Natur, die unsere Welt im Ganzen so lebenswert macht. Die Kröte steht auch auf der Roten Liste Österreichs.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/ma53/rkfoto/

(Schluss) urb

Rückfragen & Kontakt:

PID-Rathauskorrespondenz:
www.wien.at/vtx/vtx-rk-xlink/
Dr. Mathilde Urban
Wiener Umweltschutzabteilung (MA 22)
Telefon: 01 4000-73422
E-Mail: mathilde.urban@wien.gv.at
www.umweltschutz.wien.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK0006